Park City, rund 50 Kilometer südöstlich von Salt Lake City im Norden von Utah gelegen, hat weniger als 8000 Einwohner, aber das spielt für die Bedeutung der Stadt eigentlich keine Rolle. Zu jeder Zeit nämlich und ganz besonders in den Wintermonaten befindet sich ein Vielfaches dieser Anzahl an Menschen in der Stadt, die jährlich viele Millionen Dollar an Einnahmen aus dem Tourismus verzeichnen kann und eines der wichtigsten Zentren für den Wintersport in den USA ist. Der Ort ist darüber hinaus der Schauplatz eines der bekanntesten und bedeutendsten Filmfestivals der Landes und ist auch selbst schon mehrfach als Kulisse für Hollywood-Produktionen genutzt worden. Park City liegt auf einer Höhe von rund 2000 Metern, die umliegenden Skiresorts liegen bei etwa 3000 Metern.

Diese Skiresorts sorgen für den Löwenanteil des Touristenstroms, von dem die Stadt lebt. In erster Linie gilt das für das landesweit und international bekannte Park City Mountain Resort, das bei den Olympischen Spielen 2002 Schauplatz der Wettbewerbe im Riesenslalom und im Snowboarding war und das dem amerikanischen Alpin-Skiteam als Trainingsstrecke dient. Das Skigebiet besteht seit 1963 und erhält jährlich gut 9 Meter natürlichen Schneefalls. An den acht Gipfeln, die das Resort umfasst, gibt es 19 Lifte mit einer Kapazität für mehr als 30.000 Skifahrer pro Stunde. Ebenso viele Lifte betreibt das benachbarte Canyons Resort, der Fläche nach das größte Skigebiet in Utah mit insgesamt rund 1600 Hektar. Das Resort wurde 1968 eröffnet und 2010 ausgebaut. Etwa 10% der Gesamtfläche ist für Anfänger ausgewiesen. Im Sommer sind hier mehrere Strecken für Mountainbiker angelegt, zudem gibt es einen Teich, auf dem man mit Paddelbooten unterwegs sein kann. Das dritte der großen Skigebiete in der Umgebung von Park City ist Deer Valley Resort, wo bereits 1936 die ersten Loipen und 1946 die ersten Lifte errichtet worden waren. Deer Valley, das als Skigebiet mit gehobenem Anspruch gilt, war bei Olympia 2002 Austragungsort für die Slalom-Wettbewerbe und erscheint alljährlich auf dem Rennkalender der alpinen Skifahrer. Die 24 Lifte des Resorts haben zwar noch höhere Kapazitäten als die der Nachbarn, die Zahl der gleichzeitig zugelassenen Skiläufer wird aber begrenzt, um eine Überfüllung zu vermeiden. Snowboards sind auf den Bergen dieses Skigebiets nicht zugelassen.
Ein Reisemagazin ernannte Park City im Jahr 2008 zu einer der 20 hübschesten Städte in den USA und tatsächlich hat der Ort noch einiges mehr zu bieten als die Skigebiete. Zu nennen sind beispielsweise die zahlreichen Möglichkeiten für Shopping und die vielen guten Restaurants, aber auch der Ausbau der Region zu einem ganzjährigen Reiseziel, vor allem durch die Hinzufügung vieler Möglichkeiten für Wanderer und Mountainbiker während der Sommermonate. Wintersport aber bleibt der wichtigste Faktor für Park City. Im Utah Olympic Park, der für die Olympischen Spiele 2002 erbaut worden war, befinden sich neben Skisprungschanzen und der Bob- und Rodelbahn auch eine Sommertrainingsanlage gleich zwei Museen. Diese sind in dem auffälligen, fast komplett mit Plexiglas verkleideten Joe Quinney Winter Sports Center (Olympic Parkway, täglich 10-18 Uhr geöffnet) untergebracht. Eines der Museen, das Alf Engen Ski Museum, würdigt den aus Norwegen stammenden Skispringer, der in den 30er Jahren zahlreiche Rekorde aufgestellt hatte und dessen Sammlung historischer Ausrüstungsgegenstände. Eine Statue des Sportlers steht vor dem Gebäude. In einem separaten Abschnitt ist das 2002 Olympic Winter Games Museum eingerichtet, das mittels zahlreicher Gegenstände aus allen damals ausgetragenen Sportarten an die Spiele in Utah erinnert. Auch die vergebenen Medaillen sind zu sehen.

Das Highlight des Veranstaltungskalenders von Park City ist zweifellos das Sundance Film Festival. 1978 in Salt Lake City gegründet, ist das Event eines der größten Festivals für Independent-Filme in den USA. Es findet jährlich im Januar in Park City und in Ogden statt und präsentiert amerikanische und internationale Filme in verschiedenen Kategorien. Das Festival war schon früh darin erfolgreich, mit Hilfe bekannter Namen eine gewisse Aufmerksamkeit in der Branche hervorzurufen; so ist Robert Redford seit vielen Jahren der Leiter der Veranstaltung. Das Sundance Film Festival zieht alljährlich viele prominente Besucher – ebenso wie deren Entourage und Fans – nach Park City, daher ist es im Januar besonders schwierig, erschwingliche Hotelzimmer zu bekommen.