Viele der Amerikaner, die von der Kandidatur von Pete Buttigieg erfahren haben, dürften sich zuerst gefragt haben, wie man dessen Nachnamen ausspricht. Tatsächlich beschäftigten sich mehrere TV-Sender und Websites im Januar 2019, als Buttigieg seine Kandidatur bekanntgab, mit ebendieser Frage – verständlich, weil die maltesische Herkunft seines Vaters in den USA nicht gerade alltäglich ist. Doch diese Tatsache zeigt bereits, dass er als eher unbekannter Kandidat im breiten Bewerberfeld der Demokraten viel Arbeit wird erledigen müssen, um sich den Stimmberechtigten bekannt zu machen.

Dabei ist seine Person durchaus interessant. Pete Buttigieg ist seit 2012 der Bürgermeister von South Bend, Indiana, einer Stadt mit rund 100.000 Einwohnern, die noch vor einiger Zeit in Folge der Deindustrialisierung in einer schweren Krise gesteckt hatte. Kurz vor Bekanntgabe seiner Kandidatur war er gerade erst 37 Jahre alt geworden. Damit ist er nicht nur einer der jüngsten Kandidaten, die jemals bei den Demokraten ins Rennen gegangen sind, er ist auch der erste bekennend homosexuelle Kandidat. Buttigieg wurde in Indiana geboren, studierte in Harvard und in England und verbrachte 2013 einen siebenmonatigen Einsatz in Afghanistan. Er spricht mehrere Fremdsprachen und hat einen Abschluss in Geschichte und Literatur – nicht gerade der übliche Werdegang für Washingtons Politikelite.

Logo der Kampagne

Mit seiner eher ungewöhnlichen Biografie möchte Buttigieg einen Aufbruch signalisieren, die das Land nach seiner Ansicht nach der Präsidentschaft von Donald Trump dringend benötigt. Konkrete Konzepte und Ideen des Kandidaten sind noch ebenso wenig bekannt wie Buttigieg selbst. Wenn er über die Rolle des „ferner liefen“- Kandidaten hinauskommen will, wird Buttigieg einen erheblichen Aufwand in punkto Eigenwerbung leisten müssen. Tatsächlich befand er sich dazu nach kurzer Zeit auf einem guten Weg. Buttigieg betont in seiner Kampagne durchaus auch sein junges Alter: Er sei aus der Generation, aus der die Soldaten der modernen Konflikte stammen und die mit Schulschießereien groß geworden sind, steht auf seiner Website. Bei Umfragen unter demokratischen Wählern kurz nach Start der Kampagne 2019 erzielte er auch wegen dieser im Vergleich zu den Mitstreitern recht frischen Perspektive beachtliche Zustimmungsraten und entwickelte sich zum Überraschungskandidaten.


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