Ebenso wie Phoenix selbst ist auch das Umland der Millionenstadt in den letzten Jahrzehnten immer weiter gewachsen. Der Ballungsraum rund um die Metropole wird allgemein zusammenfassend als Greater Phoenix bezeichnet, dabei haben gleich fünf der hier zu findenden Städte und Orte mehr als 200.000 Einwohner und zählen damit zu den 100 größten Städten der USA. Gleichwohl ist es nicht allen gelungen, ein klares eigenständiges Profil zu bewahren oder aufzubauen. Funktioniert haben diese Bemühungen zweifellos im Nobelvorort Scottsdale, mit Abstrichen auch in Mesa und Tempe. Die anderen Orte im Speckgürtel um Phoenix jedoch werden außerhalb Arizonas wenig wahrgenommen.

 

Apache Junction
Am Rand des Ballungsraums, wo die Wüste Arizonas zum bestimmenden Landschaftsbild wird, liegt der knapp 40.000 Einwohner zählende Ort, der von Tausenden, meist älteren Besuchern aus dem Norden des Landes zum Überwintern genutzt wird. Mehr als 50 Plätze für Reisemobile weist die Stadt auf, die am Fuß der Bergkette der Superstition Mountains liegt. Die Berge mit ihren vielseitigen Freizeitmöglichkeiten, zum Beispiel im Lost Dutchman State Park, sind ein beliebtes Ausflugsziel für die Einwohner des etwa 50 km entfernt liegenden Phoenix.

 

Buckeye
Die westlich von Phoenix gelegene Stadt zählt inzwischen fast 70.000 Einwohner, nachdem es im Jahr 2000 noch nur 6500 gewesen waren. Der Ort besteht zu einem großen Teil aus sogenannten Communities, also von Zäunen umgebenen, großzügigen Wohnanlagen. Dazwischen finden sich aber noch immer einige familiengeführte Farmen. Auch von Buckeye aus gibt es einen Zugang zum White Tank Mountains Regional Park, dazu gibt es die Buckeye Hills Recreation Area, die eine weitere Ausflugsmöglichkeit darstellt.

 

Casa Grande
Das gleichnamige National Monument, in dem die Überreste eines jahrhundertealten indianischen Pueblos bewahrt werden, befindet sich gar nicht in der 54.000-Einwohner-Stadt, sondern auf dem Gebiet des angrenzenden Coolidge. Die Stadt Casa Grande besteht seit 1879, begründet von Minenarbeitern, und erlebt dank seiner günstigen Lage zwischen den größten Städten Arizonas, Phoenix und Tucson, seit einigen Jahren einen Aufschwung. Touristen kommen unter anderem wegen eines großen, traditionsreichen Golfresorts und wegen einer im Jahr 2007 neu errichteten Outlet-Shopping-Mall hierher.

 

Chandler
Die von dem Tierarzt Alexander John Chandler zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründete Stadt hat heute 247.000 Einwohner. Noch 1980 lebten hier nur 30.000 Menschen, doch der Zuzug von High Tech-Unternehmen wie Intel verwandelte die einst landwirtschaftlich geprägte Ortschaft nachhaltig. Touristen kommen nach Chandler, um das Arizona Railway Museum oder das Chandler Center for the Arts zu besuchen. Die Stadt wurde mehrfach für ihre Kinderfreundlichkeit ausgezeichnet. Das Highlight des Veranstaltungskalenders ist das im März stattfindende Ostrich Festival, mit dem an die einstmalige Existenz mehrerer Straußenfarmen im Stadtgebiet erinnert wird. Zu dem Volksfest im Tumbleweed Park gehören unter anderem Live-Musik und eine große Parade.

 

Gilbert
Etwas südöstlich von Phoenix gelegen, erscheint Gilbert regelmäßig in verschiedenen Rankings der lebenswertesten Städte des Landes. Die Stadt gilt als recht wohlhabend und hat seine Einwohnerzahl von gerade einmal 5700 im Jahr 1980 auf heute etwa 237.000 vervielfacht. Gilbert ist hauptsächlich eine Wohnstadt, in deren Zentrum der historische Heritage District mit einigen Läden und Restaurants liegt. Naturfreunde kommen in der Riparian Preserve auf ihre Kosten, wo es Möglichkeiten zum Wandern, Fischen und Vogelbeobachtung gibt.

 

Glendale
Nordwestlich von Downtown Phoenix liegt das rund 245.000 Einwohner zählende Glendale, das vor allem für den Sport in der Region eine große Rolle spielt. Hier befindet sich sowohl die Jobing.com-Arena, Heimat des Eishockeyteams der Phoenix Coyotes, als auch das 63.000 Zuschauer fassende University of Phoenix-Stadion, in dem die Footballer der Arizona Cardinals zu hause sind. Rund um die beiden Arenen ist im Zuge eines millionenschweren Projekts ein Stadtteil mit zahlreichen Entertainment- und Shoppingmöglichkeiten entstanden. Besonders bekannt ist der Ort für seine vielfältigen Möglichkeiten zum Einkauf von Antiquitäten in der Old Towne, wo Kopfsteinpflaster und Gaslampen für Atmosphäre sorgen.

 

Goodyear
Der Reifenhersteller Goodyear pflanzte einst auf großen Feldern Baumwolle an, die für die Produktion von Autoreifen benötigt wurde. Rund 70 Jahre später, 1985, entstand auf dieser Fläche eine Stadt, die in den folgenden Jahren zu den am schnellsten wachsenden des Landes zählte und wo heute rund 77.000 Menschen leben. Goodyear ist in erster Linie Wohnstadt. Sie hat aber auch Freizeitwert zu bieten; in erster Linie mit dem Estrella Mountain Regional Park. Hier gibt es gute Gelegenheit zur Naturbeobachtung am Ufer der Flüsse Gila und Agua Fria, außerdem Wanderwege und Picknickflächen.

 

Mesa
Mit fast 500.000 Einwohnern ist Mesa größer als beispielsweise New Orleans oder Miami, hat jedoch in touristischer Hinsicht deutlich weniger aufzuweisen als diese Städte. Sie ist in erster Linie Wohnstadt für die Menschen, die für Arbeit und Entertainment nach Phoenix pendeln. Bereits vor über 2000 Jahren hatten die Hohokam-Indianer hier einen Ort mitsamt einem Kanalsystem angelegt, das später sogar als Grundlage für die Ende des 19. Jahrhunderts erfolgende Wiederbebauung des Gebiets diente. Im Stadtgebiet befindet sich mit den Mesa Grande Ruins noch eine Stelle, an der die alten Kanalanlagen bewahrt werden. Zu den weiteren Attraktionen zählen das Arizona Museum of Natural History zur Natur- und Kulturgeschichte des amerikanischen Südwestens (53 N. Macdonald Ave), ein Wasserpark und das Mesa Arts Center, ein 2005 eröffnetes Kunstzentrum mit Theaterbühnen, Ateliers und sehenswerter Architektur. Daneben ziehen mehrere große Shopping-Center Besucher an.

 

Peoria
Der Fläche nach ist Peoria die sechstgrößte Stadt Arizonas, der Bevölkerung nach mit 164.000 Menschen die Nummer neun. Schon 1868 wurde ein Kanalsystem als Grundlage für die bald folgende Besiedlung errichtet. In der Stadt befindet sich ein großer Sportkomplex, der im Frühjahr von Profi-Baseballteams zur Saisonvorbereitung genutzt wird und im Rest des Jahres für eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen. Das Stadtbild wird von mehreren kleinen Bergen und Hügeln geprägt, der Salt River fließt durch den Ort. Peoria hat außerdem ein großes Einkaufszentrum und das Challenger Space Center, in dem Besucher eine simulierte Space Mission erleben können. Lohnendes Ausflugsziel ist der Lake Pleasant, ein großes Reservoir mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten von Angeln bis Segeln, das vor allem am Wochenende viele Gäste anzieht.

 

Sun City / Sun City West
In den 1960er Jahren begann der Unternehmer Delbert Webb damit, eine Siedlung für Rentner in der Nähe von Phoenix zu errichten. Was mit fünf Musterhäusern, einem Golfplatz, einem Gemeinschaftszentrum und einem Laden begann, erwies sich als Zukunftsmodell für weite Teile Arizonas und des gesamten Sun Belts der USA. Sun City, dessen Durchschnittsalter der Bevölkerung bei 75 Jahren liegt, zählt heute 38.000 Einwohner, im benachbarten Sun City West leben noch einmal 24.000 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren. Inzwischen haben sich weitere Siedlungen für ältere Menschen an die beiden Orte angeschlossen, etwa Sun City Grand auf der anderen Seite der Grand Avenue.

 

Surprise
Die Weiterentwicklung der Rentner-Communities über die Grenzen von Sun City hinaus wirkte sich unter anderem nachhaltig auf das benachbarte Surprise aus, dessen Einwohnerzahlen von gut 7000 im Jahr 1990 auf über 132.000 im Jahr 2016 explodierten. Surprise erhält in den nächsten Jahren eines der größten Shopping-Center in ganz Arizona. Derzeit finden Besucher hier einige gute Golfplätze, frei zugängliche Tennisplätze und einige Wanderwege am White Tank Regional Park. Hier gibt es auch Campingmöglichkeiten und die Gelegenheit, einige indianische Felszeichnungen zu entdecken.

 

Tempe
Die heute 182.000 Einwohner zählende Stadt Tempe entstand aus dem 1865 am Salt River errichteten Fort McDowell und wurde nach einem Tal in Griechenland benannt. Tempe, das mit Regensburg eine Städtepartnerschaft unterhält, ist ein bedeutender Unternehmensstandort und unter anderem Sitz des Hauptquartiers von US Airways. Viele Besucher kommen abends an die Mill Avenue, wo es einen langen, belebten Abschnitt mit Restaurants, Bars und Läden gibt. Wer es ruhig mag, den zieht es zum Tempe Town Lake, einen fast drei Kilometer langen See mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Mit dem Tempe Center for the Arts und dem Gammage Auditorium verfügt die Stadt zudem über gleich zwei bekannte Bühnen. Tempe ist Standort des wichtigsten Campus der Arizona State University, dessen Studenten einen nicht zu übersehenden Einfluss auf die Belebung der Stadt haben.