Die Pictured Rocks machen ihrem Namen alle Ehre: Am Oberen See (Lake Superior) ziehen sich vielfarbige Formationen aus Sandstein über viele Kilometer an der Küste von Michigans Upper Peninsula entlang und sorgen für eine sehenswerte Landschaft mit Dünen, Wasserfällen und Wäldern. Das Schutzgebiet wurde 1966 eingerichtet und erstreckt sich über ein Gebiet von fast 300 km². Die Pictured Rocks National Lakeshore befindet sich zwischen den Orten Munising und Grand Marais.

Mittelpunkt und Höhepunkt des Schutzgebiets sind die Felsen, die sich über eine Länge von 24 Kilometern am Ufer des Lake Superior (Oberer See) hinwegziehen. Diese formen an vielen Stellen natürliche Monumente wie Bögen, Höhlen oder Türme. Die Felsen bestehen dabei aus mehreren Schichten von Sandstein, deren oberste Lage besonders hart ist und so als Versiegelung wirkt. Die verschiedenen Farben auf den Felsen entstehen aus austretendem Grundwasser, das Elemente wie Eisen oder Kupfer an die Oberfläche transportiert.

Wer die Küstenlinie sehen möchte, sollte am besten die Wanderschuhe einpacken. Mit dem Auto kann man die Pictured Rocks National Lakeshore zwar über eine kleine Straße (Michigan H-58) durchqueren, diese jedoch führt zumeist nicht direkt an der Küste entlang. Die Straße führt aber unter anderem zum Campingplatz, zum sehenswerten Abschnitt namens Miners Castle und zum Strand, dem 12 Mile Beach. Vom Schwimmen sei jedoch abgeraten, vor allem wegen der Temperaturen, die hier nicht allzu oft strandtauglich sind – noch dazu wird der See selbst im Hochsommer nicht wärmer als 15° C. Wenn überhaupt, dann eignet sich das Wasser am Sand Point Beach am ehesten, um die Füße in den See zu halten.
Noch ungemütlicher kann es für größere Boote werden, die den Kliffs zu nahe kommen, denn der Sandstein hat sich auch unterhalb der Wasseroberfläche formiert. Die sichere Alternative ist eine Schiffstour, wie sie in Munising starten. Außerdem eignen sich Kajaks (nicht Kanus!) hervorragend zur Erkundung der Küste; vorausgesetzt, sie sind meerestauglich. Obwohl der Lake Superior ein See ist, herrschen hier Ozeanbedingungen. Gut ausgestattet aber lohnt sich das Leihen eines Kajaks durchaus, so kann man zum Beispiel durch die malerischen Felsbögen hindurch paddeln.

Es gibt hier aber noch deutlich mehr zu sehen als Küste. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen auch mehrere Wasserfälle, darunter die Sable Falls. Zwar fällt das Wasser des Sable Creek nur gut 22 Meter tief, doch der Wasserfall ist von einem eigenen Parkplatz aus zu Fuß gut erreichbar und durchaus sehenswert. Beim Miners Fall gibt es eine Aussichtsplattform, ebenso wie an den Chapel Falls. Einen weiteren Wasserfall, die Spray Falls, sieht man am besten vom Wasser aus. Hier gibt es eine Besonderheit, den am Fuß der Fälle, etwa sechs Meter unter der Wasseroberfläche, liegt das Wrack eines Schiffs aus dem Jahr 1856. Die beliebten Bridalveil Falls, deren Fall über die Sandsteinklippe für ein besonders beliebtes Fotomotiv sorgen (Foto rechts), versiegen in den Sommermonaten manchmal vollständig.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist ein historischer Leuchtturm in der Nähe von Grand Marais. Das Au Sable Light wurde 1874 erstmals in Betrieb genommen und ist noch immer aktiv. Er warnt vor einer besonders schwierigen Stelle im Oberen See, die wegen häufigen Nebels und starken Winden Ende des 19. Jahrhunderts als “Schiffsfalle” berühmt war. Der 27 Meter hohe Leuchtturm und das angeschlossene Wohnhaus des Leuchtturmwärters ist vom Hurricane River Campingplatz aus zu Fuß erreichbar, im Sommer werden Besichtigungstouren angeboten.

Während im Sommer Wanderungen und Spaziergänge (es gibt eine mehr als 100 Meilen umfassendes Wegenetz), aber auch Bootstouren beliebt sind – auf den Wanderwegen ist das Radfahren nicht gestattet -, hat die Pictured Rocks National Lakeshore auch im Winter einiges zu bieten. Die Gegend erlebt jährlich eine beträchtliche Menge Schneefall und bietet so gute Möglichkeiten zum Schneemobilfahren und Langlaufen. Darüber hinaus werden die gefrorenen Wasserfälle regelmäßig zum Eisklettern freigegeben.