Das System der Gewaltenteilung, wie es sie in demokratischen Systemen gibt, wird in den USA als Checks and Balances bezeichnet, also als Überprüfungen und Ausgleiche. Dieses System hält das föderale demokratische System der USA aufrecht. Es sorgt dafür, dass kein Arm der Gewaltenteilung zu stark wird und dass politische Entwicklungen nie nur von Einzelpersonen oder einer einzelnen Gruppe gesteuert werden können. Das Prinzip und die Namensgebung geht auf den französischen Staatstheoretiker Baron de Montesquieu zurück.

Die Gewaltenteilung in die drei Bereiche Exekutive, Legislative und Judikative geschieht in den USA prinzipiell ebenso wie in anderen demokratischen Staaten. Zusätzlich zu dieser Trennung gibt es hier weitere Maßnahmen, die eine zu große Machtfülle in einem Einzelbereich vermeiden und die Gewalten unter die Kontrolle der anderen Teilgebiete bringen. Die Judikative ist dabei automatisch eine kontrollierende Einheit, da sie die Vorgaben aus Exekutive und Legislative konstant auf ihre Vereinbarkeit mit der Verfassung überprüft. Keine der drei Gewalten ist über eine andere gestellt, formal sind alle gleich stark. In der Praxis jedoch erweist sich die Judikative wegen der nur indirekt bestehenden Möglichkeit des Eingreifens als die schwächste.

Checks and Balances finden sich im Gleichgewicht der Gewalten im amerikanischen Politiksystem an vielen Stellen wieder. So hat das Haus of Representatives als Teil der Legislative die Möglichkeit zur Einleitung von Amtsenthebungsverfahren, den so genannten Impeachments, gegenüber dem Präsidenten und den Richtern am Supreme Court; die Verfahren selbst werden vom Senat durchgeführt. Sollte es bei Präsidentschaftswahlen zu einem Gleichstand der Stimmen im Electoral College kommen, so fällt dem Repräsentantenhaus das Recht zu, den Präsidenten aus den drei Bewerbern mit den meisten Stimmen zu wählen. Ein ähnliches Verfahren ermächtigt den Senat zur Wahl eines Vizepräsidenten, wenn dieser nicht auf herkömmlichen Weg bestimmt werden kann. Darüber hinaus ist die Zustimmung des Senats bei Besetzungen von Ämtern im Supreme Court und Kabinett notwendig. Schließlich hat der Congress das Recht, Gerichte unterhalb des Obersten Gerichtshofs einzurichten.

Der Präsident auf der anderen Seite, dessen Entscheidungen in den USA das höchste Gewicht zufällt, hat als Instrument unter den Checks and Balances nur das Recht, sein Veto gegen Beschlüsse des Kongresses einzulegen, das nur mit einer Zweidrittelmehrheit wiederum überstimmt werden kann. Der US-Präsident ist der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, darf jedoch nicht den Krieg erklären.