Die drei Buchstaben FBI kennt dank Filmen und Serien auch jeder, der noch nie in den USA gewesen ist. Doch was genau verbirgt sich hinter der Abkürzung? Was macht das FBI, was sind seine Aufgaben? Warum wurde die Behörde gegründet und wer sorgt dafür, dass sie im Rahmen der bestehenden Gesetze handelt?

Gründung und Organisation

Das FBI wurde im Jahr 1908, zunächst als Bureau of Investigation, als Ermittlungseinheit des Generalbundesanwalts gegründet. Anlass für die Neugründung war die Ermordung des US-Präsidenten William McKinley und die wachsende Sorge in den USA vor dem Erstarken einer anarchistischen Bewegung. Die Gründung selbst war von Präsident Theodore Roosevelt quasi im Alleingang und ohne Konsultation der Legislative veranlasst worden. Der neuen Einheit fehlte somit zumindest anfangs die Legitimation und es fehlte auch an einer klaren Richtlinie für ihre Tätigkeit. So operierte das FBI in den ersten Jahren seines Bestehens weitgehend ohne Kontrolle und ohne eine klare Definition seiner Aufgaben. Diese Tatsache ebnete den Weg dafür, dass J. Edgar Hoover, der dem FBI als Direktor für 48 Jahre, von 1924 bis 1972, über lange Zeit sein eigenes Regiment führen konnte (mehr dazu siehe Geschichte des FBI). Bis zur Gründung der CIA im Jahr 1947 war das FBI so auch im Ausland tätig.

Das FBI ist heute als eigenständige Bundesbehörde organisiert und untersteht dem US-Justizministerium. Sie arbeitet primär im Inland. Neben dem Hauptsitz in Washington DC bestehen 56 Außenstellen (field offices) in großen amerikanischen Städten. Einige der heute insgesamt rund 38.000 Mitarbeiter der Behörde sind nach wie vor im Ausland stationiert. Sie werden dort aber in der Regel nicht selbst als Ermittler tätig, sondern sind für die Koordination mit Behörden im Ausland zuständig.


Offizielle Dienstflagge des FBI

Aufgaben des FBI

Das FBI kann jährlich auf ein Gesamtbudget von mehr als 10 Milliarden Dollar zurückgreifen. Für dieses Geld zeichnet die Behörde für zwei grundsätzliche Tätigkeitsbereiche verantwortlich: Gefahrenabwehr für die nationale Sicherheit und Ermittlungen in Kriminalfällen. Damit ist sie sowohl ein Nachrichtendienst als auch eine Polizeibehörde.

Die beiden Tätigkeitsfelder des FBI lassen sich im Wesentlichen in die folgenden Aufgabengebiete aufteilen:

  • Schutz der Bürgerrechte
  • allgemeine Kriminalitätsbekämpfung
  • Bekämpfung des organisierten Verbrechens
  • Bekämpfung von Cyberkriminalität
  • Korruptionsbekämpfung
  • Spionageabwehr
  • Schutz der USA vor Terrorismus

Die einzelnen Zuständigkeiten des FBI sind dabei in verschiedenen, parallel arbeitenden Abteilungen organisiert, die alle an den Direktor berichten. Die Abteilungen können auf zentrale FBI-Einrichtungen wie das Register der Fingerabdrücke, das Labor oder Datensammlungen zurückgreifen.


Kontroversen und Probleme

Die starre strukturelle Organisation führte im Laufe der Geschichte der Behörde gelegentlich zu Versäumnissen, die dem FBI vorgeworfen wurden. So hatte das FBI etwa Hinweise auf den bevorstehenden Amoklauf an der Parkland High School in Florida 2018, versäumte es aber, diesen nachzugehen. Ebenso hatten sowohl das FBI als auch die CIA vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Hinweise, denen nicht adäquat nachgegangen worden ist. Weitere Vorwürfe gegen das FBI thematisieren fehlgeschlagene Einsätze wie beispielsweise beim Vorgehen gegen die Davidianer-Sekte in Waco, Texas im Jahr 1993.

Vor allem in den Zeiten unter J. Edgar Hoover Mitte des 20. Jahrhunderts gab es mehrere Fälle von unbegründeter Überwachung, teilweise mit Abhörgeräten gegen amerikanische Staatsbürger, in denen das FBI nach einhelliger Meinung die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit verletzt hat. In der jüngeren Vergangenheit sorgte die Behörde unter anderem durch die Duldung von Straftaten durch Informanten für Kontroversen.


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