Lage Süden von Maine, am Atlantik
Einwohner 67.100
Gründungsjahr 1786

 

Die größte Stadt des Bundesstaats ist der Mittelpunkt von Maines größtem Ballungsraum, in dem mit rund einer halben Million Menschen etwa ein Drittel der Bevölkerung des Bundesstaats zuhause ist. Portland liegt auf einer Halbinsel am Golf von Maine, einem Randmeer des Atlantischen Ozeans. Die Stadt verfügt über einen Flughafen, der unter anderem Verbindungen nach New York City, Chicago und Atlanta im Angebot hat, sowie mit dem Port of Portland über einen der wichtigsten Seehäfen der Ostküste, an dem auch Kreuzfahrtschiffe Halt machen.

Der englische Kapitän zur See Christopher Levett hatte 1623 eine erste europäische Siedlung an der Casco Bay gegründet, doch das Experiment scheiterte und die Kolonisten verschwanden spurlos. Die britische Massachusetts Bay Company übernahm dann 1658 eine Siedlung, die Falmouth genannt wurde und bis 1775 Bestand hatte, als sie von der britischen Marine im Unabhängigkeitskrieg niedergebrannt wurde. Nach dem Krieg jedoch entwickelte sich an gleicher Stelle eine Ortschaft, die sich dank ihres Hafens schnell etablieren konnte. 1786 wurde in der Umgebung ein neuer Ort aus der Taufe gehoben, der den Namen Portland erhielt, benannt nach einer englischen Insel. 1820 wurde Maine ein US-Bundesstaat und Portland kurzzeitig dessen Hauptstadt. Eine Schlacht während des Bürgerkriegs überstand die Stadt weitgehend unversehrt, doch bei einem Großfeuer während der Feier zum Unabhängigkeitstag 1866 wurden hunderte Gebäude zerstört. Der Ort erholte sich von der Katastrophe jedoch schnell und baute im 20. Jahrhundert seine Bedeutung als Handelshafen weiter aus.

Der wahrscheinlich wichtigste Anziehungspunkt für Touristen ist der Stadtteil, der unter dem Namen Old Port bekannt ist. Hier befinden sich viele der Restaurants der Stadt – überhaupt gilt Portland als die Stadt in den USA mit der höchsten Restaurantdichte pro Einwohner. Daneben gibt es hier zahlreiche Bars, die vor allem an den Wochenenden viele Menschen anziehen. An der Hauptstraße des Stadtteils, der Exchange Street, haben sich mehrere kleine Modeboutiquen angesiedelt. Der Old Port entstand in den 1970er Jahren, als Immobilienentwickler die langsam verfallenden alten Lagerhäuser aufkauften und in Wohn- und Bürogebäude umwandelten. Seitdem findet hier auch einmal im Jahr im Juni das Volksfest Old Port Festival statt. Ebenfalls häufig besucht wird der Stadtteil Munjoy Hill, der direkt ans Meer grenzt. Über die Congress Street, die Hauptverkehrsstraße in Downtown, gelangt man in den einstmals von irischen Einwanderern geprägten Stadtteil. Besucher finden hier mehrere schöne Parks und Grünanlagen und einen kleinen Strandabschnitt. Sehenswert ist der Portland Observatory (138 Congress Street), ein maritimer Signalturm, der 1807 errichtet wurde und eigentlich die Ankunft von Handelsschiffen ankündigen sollte, der später aber auch als Aussichtsturm während des Krieges genutzt wurde.

In den Gewässern vor Portland liegen einige Inseln, die über Fähren erreicht werden können und von denen einige beliebte Urlaubs- und Ausflugsziele sind. Dazu gehört vor allem Peaks Island, Heimat von gut 800 Einwohnern und vielen Ferienhäusern und Apartments. Die Insel hat eine eigene kleine Einkaufsstraße, einige Restaurants und ein etwas eigenartiges Museum, das sich mit Regenschirmhüllen beschäftigt. Zurück auf dem Festland, findet man am anderen Ende der Congress Street den Arts District von Portland, wo sich einige Theater und Kunstgalerien angesiedelt haben. Hier befindet sich auch das Kunstmuseum Portland Museum of Art (7 Congress Square, geöffnet Dienstag-Sonntag 10-17 Uhr), in dem vor allem Werke amerikanischer Künstler aus den letzten zwei Jahrhunderten gezeigt werden. Ein Museum mit ganz anderer Thematik befindet sich in einem ehemaligen Industriegebiet, nämlich das Narrow Gauge Railroad Museum (58 Fore Street), das historische Lokomotiven und Waggons besitzt und mit diesen in den Sommermonaten Touren entlang des Meeresufers anbietet.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in Portland zählen einige historische Gebäude wie beispielsweise das Neal S. Dow House von 1829 an der Congress Street, erbaut als Wohnhaus eines bedeutenden Politikers oder das Victoria Mansion (109 Danforth Street), das 1860 errichtete Ferienhaus eines Hoteliers aus New York mit exklusiver Innenausstattung, das im Sommer für Besichtigungen geöffnet ist. Ebenfalls sehenswert ist die im Jahr 1869 eröffnete Kirche Cathedral of the Immaculate Conception (Cumberland Avenue), deren 62 Meter hoher Turm das höchste Gebäude der Stadt ist. Viele Touristen in Portland interessieren sich aber besonders für das älteste Gebäude der Stadt. Das Wadsworth-Longfellow House (489 Congress Street) ist ein Wohnhaus wurde in den Jahren 1785 und 1786 von einem General aus dem Unabhängigkeitskrieg aus roten Backsteinen erbaut und 1815 um ein drittes Stockwerk erweitert. Bedeutsamer als die Architektur waren aber die Bewohner des Hauses, denn hier lebte der berühmte Dichter Henry Wadsworth Longfellow. Das historische Bauwerk ist von Mai bis Oktober für Besichtigungen geöffnet; die meisten der Einrichtungsgegenstände stammen noch original von der berühmten Familie.

Wer sich lieber im Freien aufhält, findet auch dafür in Portland reichlich Gelegenheit. Die Stadt hat einige Grünanlagen und Parks aufzuweisen, darunter vor allem die Eastern Promenade, einen schon im 19. Jahrhundert entstandenen Naherholungsbereich entlang der Küste oder den ein Hektar großen Lincoln Park in Downtown. Ebenfalls im Stadtgebiet, im Stadtteil Stroudwater, befindet sich das Naturschutzgebiet Fore River Sanctuary, wo sich zahlreiche Vogelarten beobachten lassen.