Ein Powwow ist ein traditionelles Zusammentreffen von amerikanischen Ureinwohnern, das für die teilnehmenden Völkern so etwas wie ein Volksfest darstellt, bei dem indianische Kultur, Folklore und Tradition im Mittelpunkt stehen. Meist umfassen die oft mehrtägigen Veranstaltungen auch Tanzwettbewerbe, bei denen die Teilnehmer den traditionellen Federschmuck anlegen. Die dabei entstehende Bilderpracht ist natürlich auch bei nicht-indianischen Touristen ein beliebtes Motiv, doch man sollte vorsichtig sein. Nicht alle Powwows sind öffentliche Treffen, bei denen Zuschauer willkommen sind und wenn doch, dann muss man dringend die Regeln von Kultur und Glauben der Ureinwohner beachten, zum Beispiel was Fotos angeht.

Fast alle indianischen Völker, die in den USA leben, betreiben entweder ein Informationszentrum für Besucher oder eine örtliche Handelskammer, wo man Besucher gerne Auskunft darüber erteilt, ob sie an einem Powwow als Zuschauer teilnehmen dürfen und welche Regeln zu beachten sind. Diese Stellen sind auch der richtige Ort, um Fragen loszuwerden, bei der Veranstaltung selbst sind zu viele Fragen und Gespräche zumeist weniger gern gesehen. Bei jedem Besuch einer solchen Veranstaltung oder eines Reservats im Allgemeinen sollte der Respekt vor der Kultur des jeweiligen Volkes das Leitmotiv sein. Das bezieht sich auch auf die Kleidung – Powwows sind für die teilnehmenden Völker Festtage im Kalender und entsprechend dieses feierlichen Anlasses sollte man nicht komplett im Touristen-Chic erscheinen. Alkohol wird bei den meisten Powwows nicht ausgeschenkt und soll auch nicht mitgebracht werden.

Wer sich an diese Regeln hält, erlebt nicht nur die Gastfreundschaft der amerikanischen Ureinwohner und bekommt die Gelegenheit, einen Einblick in ihre uralte Kultur zu erhalten, sondern bekommt auch die Möglichkeit, die überlieferten Traditionen in Kunst und Kunsthandwerk zu entdecken. Da in allen amerikanischen Bundesstaaten indianische Völker heimisch sind, finden über das Jahr auch überall im Land Powwows statt, die meisten und oft auch die buntesten und vielfältigsten allerdings in den Bundesstaaten im Westen der USA.

Der Begriff des Pow Wow selbst stammt aus der Sprache der Narragansett, deren Heimat im heutigen Bundesstaat Rhode Island liegt. Heute wird er vielfach auch im amerikanischen Englisch als Bezeichnung für ein Meeting oder eine Zusammenkunft genutzt. Der traditionelle Aufbau eines Pow Wows besteht aus mehreren Kreisen. Ganz innen ist dabei die Fläche, in denen die Tänze stattfinden, dort außen herum ist das Areal für die Ansager und die gerade nicht aktiven Teilnehmer. Die beiden äußeren Ringe sind dann die für die Zuschauer und ganz außen befinden sich die Händler, die ihre Waren anbieten.

 

Einige traditionelle Powwows in den USA:

American Indian Alliance
Rund 20.000 amerikanische Ureinwohner leben noch heute in der Gegend rund um San Jose und für diese sowie für Gäste von anderen Völkern findet regelmäßig dieses Powwow statt.
San Jose, California
Mitte März

Dance for Mother Earth
Die Vereinigung der indianischen Studenten an der University of Michigan zeichnet seit über 40 Jahren verantwortlich für diese Veranstaltung, das jeweils über ein Wochenende geht.
Ann Arbor, Michigan
Erstes Wochenende im April

 

Gathering of Nations
Diese Veranstaltung, die immer im April in New Mexico stattfindet, gehört zu den größten des Landes. Parallel zum Powwow findet seit vielen Jahren auch ein großes Konzert mit indianischer Musik statt, das unter dem Namen Electric49 firmiert.
Albuquerque, New Mexico
Viertes Wochenende im April

 

Honoring Our Ancestors
Seit mehr als zehn Jahren regelmäßig stattfindendes Pow Wow mit traditionellem Programm rund um Tanzen, Trommeln und Kunsthandwerk. Die Veranstaltung geht über zwei Tage. Wayne liegt am Lake Erie zwischen Toledo und Cleveland.
Wayne, Ohio
Mitte Juni

 

National Powwow
Ebenfalls auf ein schon mehr als zehnjähriges Bestehen blickt das völkerübergreifende National Powwow zurück, das vier Tage dauert und neben dem üblichen traditionellen Programm auch Seminare und Workshops umfasst. Der Veranstaltungsort liegt westlich von Indianapolis.
Danville, Indiana
Anfang Juli

 

Annual Grand Mid-Summer Pow-Wow
Traditionelles Fest auf historischem Gelände – Schauplatz ist das Queens County Farm Museum, das noch ein Stück Farmland im Stadtgebiet von New York City bewahrt. Zuletzt waren mehr als 40 Völker bei dem Powwow vertreten.
Floral Park, Queens, New York
Ende Juli

 

Crow Fair
Eines der größten und traditionellsten der indianischen Festivals. Die Crow Fair, bestehend seit 1904, ist einer der Höhepunkte im Kalender der Völker in den Great Plains. Die Crow Fair hat schon allein wegen ihrer Größe den Charakter eines Volksfests – mehr als 40.000 Teilnehmer und Zuschauer zählt man jedes Jahr. Zum Übernachten gibt es einen riesigen Campingplatz, ausgestattet mit mehr als 1000 Tipis.
am Little Bighorn, bei Billings, Montana
Dritte Woche im August