Einwohner 469.000
Beiname City of Oaks
Lage Mitte von North Carolina
Gründungsjahr 1792

 

North Carolinas Hauptstadt und nach Einwohnern zweitgrößte Stadt Raleigh bildet gemeinsam mit den umliegenden Städten Chapel Hill und Durham den mehr als 2 Millionen Einwohner zählenden Mittelpunkt des Bundesstaats. Benannt nach dem englischen Entdecker und Autor Sir Walter Raleigh, wurde die Stadt Ende des 18. Jahrhunderts als Hauptstadt geplant und zählt heute zu den am schnellsten wachsenden Städten der USA.

Die Entscheidung für die Lage der neuen Hauptstadt für North Carolina fiel, nachdem man die Erfahrung gemacht hatte, dass die nahe an der Küste liegende alte Hauptstadt New Bern in der Folge der amerikanischen Revolution leicht von den Briten besetzt und so ausgeschaltet werden konnte. Tatsächlich blieb sie auch im Bürgerkrieg weitgehend verschont und wurde erst kurz vor Ende des Krieges im April 1865 von den Truppen des Nordens besetzt. Zwei Tage nach dem Einzug der Unionstruppen in die Stadt wurde Präsident Abraham Lincoln in Washington DC erschossen und sein Nachfolger wurde Andrew Johnson, der 1808 in Raleigh geboren worden war.

In einem landesweiten Vergleich erhob das TIME-Magazin 2011 Raleigh auf den dritten Platz unter den amerikanischen Städten mit der am besten ausgebildeten Bevölkerung. Dass North Carolinas Hauptstadt bei diesem Ranking so gut abschnitt, liegt wohl nicht zuletzt an den Universitäten. Es gibt mehrere staatliche und private Hochschulen in der Stadt und weitere im Umland. Die bedeutendste ist die North Carolina State University, an der rund 35.000 Studenten eingeschrieben sind. Dafür, dass die Absolventen dieser Universitäten nach dem Studium dann auch in der Region bleiben, sorgt unter anderem der Research Triangle Park, ein riesiger Park mit zahllosen Einrichtungen aus Wissenschaft, Forschung und Technologie-Unternehmen, der sich über fast drei Hektar zwischen Raleigh, Chapel Hill und Durham erstreckt. Fast 40.000 Menschen arbeiten in dem Park, der bereits 1959 auf Initiative der örtlichen Hochschulen gegründet wurde. Der wichtigste Arbeitgeber in der Stadt selbst ist der Bundesstaat North Carolina mit verschiedenen Behörden, Einrichtungen und dem State Capitol.

Das State Capitol zählt auch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Im Gegensatz zu den Capitols anderer Bundesstaaten ist dieses aber nicht der Sitz des Parlaments von North Carolina, sondern der Standort von Büros des Gouverneurs. Das 1840 errichtete Gebäude hat eine Fassade im klassischen-griechischen Säulenstil, draußen steht ein Denkmal für die drei aus North Carolina stammenden US-Präsidenten Jackson, Polk und Johnson. Etwas nördlich vom Capitol befindet sich das State Legislative Building, das 1963 als neuer Versammlungsort für das Parlament errichtet wurde. Es ist täglich für Besucher geöffnet und es werden Führungen angeboten.

Gegenüber liegt mit dem North Carolina Museum of Natural Sciences (11 West Jones Street, geöffnet Montag-Samstag 9-17 Uhr, Sonntag 12-17 Uhr) eines der sehenswertesten Museen des Bundesstaats, das dank freiem Eintritts auch eine der beliebtesten Touristenattraktionen mit mehr als einer Million Besuchern im Jahr ist. Das Museum verfügt neben dem Hauptkomplex in Raleigh noch über drei weitere Standorte. Hier an der Jones Street erstreckt sich die Ausstellung über vier Stockwerke und lässt dabei kein naturwissenschaftliches Thema unberührt. Zu sehen gibt es zum Beispiel den Nachbau der Küstenlandschaft unter Wasser in einem großen Aquarium, mehrere Dinosauriermodelle, eine Darstellung von Wetterphänomenen, einen Einblick in die Tiermedizin und zahlreiche andere thematische Darstellungen. Ebenfalls bei freiem Eintritt besuchen kann man das North Carolina Museum of History (5 East Edenton Street, geöffnet Montag-Samstag 9-17 Uhr, Sonntag 12-17 Uhr). Das Museum beschäftigt sich mit verschiedenen Abschnitten der Geschichte North Carolinas und wirft beispielsweise einen Blick auf die ersten Kolonien, die Rolle des Bundesstaats im Bürgerkrieg oder die Gouverneure, aber auch auf andere Themen wie die Sportgeschichte. Dagegen beschäftigt sich das North Carolina Museum of Art (2110 Blue Ridge Road, geöffnet Dienstag-Sonntag 10-17 Uhr, freitags bis 21 Uhr) seit 1947 mit Kunst und Kunstgeschichte in 40 Galerien. Gezeigt wird Kunst aus aller Welt, ergänzt um wechselnde Sonderausstellungen. Zum Angebot des Museums gehört auch ein Skulpturengarten.

Wer sich in der Nähe der Museen in Downtown aufhält, wird unweigerlich früher oder später auf die Fayetteville Street stoßen. Als wichtigste Verbindung in der Innenstadt war die Fayetteville Street 1977 mit dem Anliegen, Downtown lebendiger zu gestalten, zur Fußgängerzone umgestaltet worden. Interessanterweise wurde dieser Effekt aber in deutlich höherem Maße erst 2006 erreicht, als sie für den Straßenverkehr wieder geöffnet wurde. Entlang der Straße befinden sich zahlreiche Bars, Restaurants und Geschäfte und wenn es in der Stadt einen Anlass zum Feiern gibt, dann findet die Parade hier statt. Einen Anlass zum Feiern bieten könnten beispielsweise die Carolina Hurricanes aus der National Hockey League, das einzige Sportteam der Stadt in einer der obersten Ligen. Die Hurricanes spielen in der 1999 eröffneten PNC Arena (1400 Edwards Mill Road), die daneben auch für andere Großveranstaltungen wie Konzerte genutzt wird.

Gleich nebenan liegt das Gelände, auf dem jährlich im Oktober die North Carolina State Fair stattfindet, ein großes Volksfest mit umfangreichem Rahmenprogramm. Ein weiteres bedeutendes Veranstaltungszentrum in Raleigh ist der aus fünf Bühnengebäuden bestehende Komplex des Center for the Performing Arts (2 East South Street), in dem klassische Konzerte, Theater und Ballett aufgeführt werden. Auch das Symphonieorchester des Bundesstaats und das North Carolina Theatre treten regelmäßig hier auf.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten von Raleigh gehört das im historischen Moore Square District liegende Long View Center. Das 1881 errichtete Gebäude diente für mehr als hundert Jahre der Baptistenkirche, die es auch für zahlreiche soziale Zwecke nutzte. Nach stark gesunkenen Mitgliederzahlen wurde das Bauwerk mit seiner Mischung aus gotischer und romanischer Architektur an einen Immobilienentwickler verkauft und seit 2013 ist es wieder in Besitz einer Kirche. Im Long View Center finden gelegentlich Veranstaltungen wie Konzerte oder Kunstausstellungen statt. An anderer Stelle ist eine ehemalige Plantage zu einer geschichtlichen Sehenswürdigkeit umgewandelt worden. Der heutige Mordecai Historic Park (Mimosa Street, täglich bis 16 Uhr geöffnet, montags geschlossen) umfasst das älteste Haus der Stadt, das sich noch auf seinen originalen Fundamenten befindet, sowie die Geburtsstätte des 17. US-Präsidenten Andrew Johnson. Sehenswert ist auch der Küchengarten, der dem Original aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden wurde. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich die hübsche, kleine St. Mark’s Chapel, die von Raleighs Brautpaaren gerne als Kulisse für die Hochzeit genutzt wird.

 

 

Ein weiterer Anziehungspunkt in der Innenstadt, unweit des Long View Center, ist der City Market (215 Wolfe Street). Das im Jahr 1914 eröffnete Marktgebäude war einst der Ort, zu dem die Farmer aus der Umgebung kamen, um ihre Waren anzubieten. Heute sind hier Boutiquen, einige Galerien mit Kunstgegenständen und mehrere Bars und Restaurants untergebracht. An jedem ersten Freitag im Monat, dem “First Friday”, finden im City Market Konzerte mit Live-Musik statt. Bei schönem Wetter lohnt auch ein Abstecher in den Pullen Park, der an den Campus der North Carolina State University an der Ashe Avenue angrenzt. Der 1887 angelegte öffentliche Park befindet sich auf ehemaligem Farmland und erstreckt sich über fast 27 Hektar rund um einen Teich. Im Park befinden sich ein Schwimmbad, mehrere Tennis- und Baseball-Spielfelder, Pavillons für Picknicks sowie mehrere Kinderspielplätze. Ein besonders beliebter Anziehungspunkt ist allerdings der nostalgisch anmutende Vergnügungspark mit einem historischen Karussell. Kinder lassen sich außerdem auch von der Miniatur-Eisenbahn begeistern, mit der man den Park durchqueren kann.