Wer im Urlaub ein echtes Stück Amerika entdecken möchte, die Weite des Landes und die Traditionen des Ranchings kennenlernen möchte, der hat inzwischen fast überall in den USA die Möglichkeit dazu. Zwar konzentriert sich diese noch relativ neue Form des Tourismus in erster Linie auf die westlichen Bundesstaaten wie Texas, Wyoming, Colorado oder Montana, doch sogar auch in New York, Alaska oder Florida haben Ranches ihre Türen für Besucher geöffnet.

Ranch-Tourismus gilt als eine Form des Agritourismus und entstand aus der Notwendigkeit der Rancher im Angesicht fallender Fleisch- und steigender Unterhaltskosten für den oftmals riesigen Grundbesitz, neue oder zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Was als Abenteuer für Großstädter begann, hat heute so viele Spielarten und Variationen hinzugewonnen, dass der Ranchurlaub pur, also die reine Unterkunft auf einer ansonsten ganz normal arbeitenden Ranch, heute deutlich schwieriger zu finden ist als noch vor einigen Jahren.

Mittlerweile finden sich Angebote für den Urlaub auf Ranches auch in vielen Katalogen von Reiseveranstaltern, doch es empfiehlt sich, die Angebote der Ranches selbst zu recherchieren und genau zu überlegen, wie viel Landleben und wie viel Entspannung ein Urlaub beinhalten soll. Das umfassende, deutschsprachige Ranchverzeichnis des AmericanRanchGuide bietet in dieser Hinsicht einen guten Überblick.

Die benutzten Begrifflichkeiten geben erste Hinweise auf das, was Besucher erwarten dürfen auf den Ranches. Auf Dude Ranches, dem Namen nach eher am tatsächlichen Ranchleben orientiert, kann der Gast auch damit rechnen, zumindest pro forma als helfende Hand in die tägliche Arbeit eingebunden zu werden, eventuell sogar an einem Viehtrieb aktiv teilzunehmen. Working Ranches weisen aus, dass es sich um einen Ranchbetrieb im herkömmlichen Sinn handelt, bei dem zwar Gästezimmer bereitgehalten werden, jedoch nicht mit allzu viel Komfort zu rechnen ist. Für einen Aufenthalt auf solchen Ranches ist es oft von Vorteil, Erfahrungen im Reiten mitzubringen. Auf einer Guest Ranch dagegen liegt die Betonung auf dem Urlaubsgedanken, hier steht Entspannung in ländlicher und traditioneller Umgebung im Vordergrund. Der Begriff Guest Ranch wird oftmals aber auch als Oberbegriff für solche Einrichtungen benutzt, auf denen Gäste generell willkommen sind.

Die weitläufigen Anwesen des Westens werden schon seit hundert Jahren von Amerikanern insbesondere aus den Ballungsräumen des Nordostens zur Erholung genutzt. Als die westlichen Territorien noch nur umständlich über langwierige Zugverbindungen erreichbar waren, haftete solchen Ausflügen noch mehr der Eindruck des Abenteuers an als heute. Bereits 1926 gründete sich der erste Zusammenschluss von Anbietern für Ranchurlaube in Wyoming.

Dank der Größe der zur Verfügung stehenden Gelände und der Vielzahl der Gebäude auf einem Anwesen wird dem Besucher in der Regel eine breite Palette von Freizeitaktivitäten angeboten. Tontaubenschießen, Paintball oder Lagerfeuerromantik gibt es ebenso wie ausgedehnte Wellnessbereiche und Swimming Pools. In vielen Fällen besteht entweder auf dem Gelände selbst oder in unmittelbarer Nähe Gelegenheit zum Angeln. Traditionell im Vordergrund steht aber das Wildwest-Thema – fast immer werden Reitausflüge, Lassoübungen und ähnliches angeboten. Je nach Ausrichtung und Lage der Ranch sind manche nur halbjährig für Besucher geöffnet.

Eine Besonderheit bilden so genannte Hunting Ranches, auf denen Besucher auf dem Gelände auf die Jagd gehen können, entweder nach dort ansässigem Wild, in anderen Fällen aber auch nach gezielt dort angesiedelten Tieren.

 


Ranchurlaub in Texas