„Don’t you cry no more, cause it’s soon one morning
Down the road I’m going but I ain’t going down that
long old lonesome road all by myself“

Willie Nelson: On The Road Again, 1980

 

Country Music hat ihre Wurzeln in den Südstaaten der USA und in einer Mischung aus traditioneller Folk Music, Gospel und verschiedenen anderen Stilrichtungen. Die Entstehung spiegelt ein wenig den Werdegang der USA wieder, denn sie entstand aus der Tatsache, dass Einwanderer aus den verschiedensten Ländern landestypische Instrumente zusammen erklingen ließen. Sie gilt heute als typisch amerikanische Musik und tatsächlich stammen die bekanntesten und erfolgreichsten Künstler aus den USA und Canada, obwohl die Musik auch in vielen anderen Ländern Anhänger gefunden hat und auch dort aufgenommen wird. Country mit seinen diversen Abwandlungen und regionalen Variationen ist ein fester Bestandteil der amerikanischen Kultur und ist in Ansätzen teilweise auch in Musikstücken aus der Pop- und Rockrichtung wiederzufinden.

In den 1920er Jahren begann die Verbreitung der als Hillbilly-Music bezeichneten Stilart über Tonträger. Interpreten wie Jimmie Rodgers, The Carter Family und Hank Williams gelten als die Musiker, die der Country Music zu durchschlagendem Erfolg verhalfen. Mit den Songs dieser ersten, national bekannten Generation von Musikern wurden die Grundsteine für die Weiterentwicklung der Musikrichtung gelegt. Schwermütige Themen wie Herzschmerz, Krankheit oder Alltagsprobleme finden sich auch heute noch in vielen Musikstücken wieder. Mit der Konzentration des Country-Music-Geschäfts in Nashville, Tennessee – bis heute die Hauptstadt der Country Music – in den 60er Jahren begann eine Trennung der Musikstile in den kommerziell erfolgreicheren, melodischeren Nashville Sound mit Betonung auf Saiteninstrumenten auf der einen und einer traditionelleren Interpretation auf der anderen Seite. Heute hat sich die Country Music in so viele Stilrichtungen aufgeteilt, dass eine eindeutige Definition kaum noch möglich ist. Während Nashville noch versucht hatte, dem Rock-n-Roll-Trend entgegen zu wirken, versuchten sich Interpreten ab den 80er Jahren als Urban Cowboys und lehnten ihre Musik an Popmusik an. Country als Ganzes ist dennoch in weiten Teilen der USA, vor allem in den Südstaaten und in Texas, eine Musikrichtung mit hohem Einfluss auf die Charts.

Country Music ist ein Teil der amerikanischen Kultur und ein Ausdruck amerikanischen Selbstverständnisses. Wer sich auf die Spuren der Musik begibt, der taucht ein in das amerikanische Herzland, denn die Wurzeln des Country liegen in kleinen Orten, bei bodenständigen Menschen und entlang selten von Touristen befahrener Straßen.

Als Hauptort des Country darf wohl Nashville angesehen werden. Hier befindet sich mit der Hall of Fame nicht nur die offizielle Ruhmeshalle der Musikrichtung, sondern die Stadt ist auch Standort vieler berühmter Studios, in denen Stars ihre ersten Schritte unternahmen und Schauplatz des alljährlich im Juni stattfindenden Country Music Festivals mit zahllosen Live- Konzerten von Stars und Nachwuchshoffnungen.

 

Reiseziele für Country-Fans

Ort Bundesstaat Sehenswertes
Dyess Arkansas Unscheinbarer, leicht heruntergekommener Ort mit 500 Einwohnern, in dem Johnny Cash aufwuchs. Das Farmhaus seiner Familie steht noch und findet sich etwas außerhalb. Man arbeitet derzeit an der Renovierung eines Gebäudes, um ein Cash-Museum zu errichten.
Maces Springs Virginia Heimatort der Carter-Familie, die vor allem in den 30er und 40er Jahren die Country- und Bluegrass-Musik prägten und in die auch Johnny Cash einheiratete. Mitglieder der Familie betreiben hier die Carter Family Fold, wo es jedes Wochenende Country Music live zu hören gibt.
Hurricane Mills Tennessee Hier befindet sich die Ranch von Country-Star Loretta Lynn, komplett mit Laden, Besichtigungstouren, Museum und Campingplatz sowie einem Nachbau des Hauses, in dem sie aufgewachsen ist. Ms Lynn selbst lebt nicht mehr hier.
Montgomery Alabama Die Hauptstadt Alabamas war die Heimat von Country-Legende Hank Williams, dessen letzte Ruhestätte der Oakwood Cemetery in der Stadt ist. Ebenso finden sich in Montgomery auch das ihm zu Ehren eingerichtete Museum sowie das Elite Café, Ort seines ersten öffentlichen Auftritts im Jahre 1952.
Austin Texas Lebendige Country Music erlebt, wer im legendären Honky-Tonk Broken Spoke vorbeischaut, wo es beinahe jeden Abend Live-Auftritte gibt. Viele Stars haben hier ihre Visitenkarte schon abgegeben und in einem Nebenraum gibt es diverse Andenken und Erinnerungsstücke zu sehen.
Nashville Tennessee Die Music City ist auch für die Country-Musik das Zentrum. Neben legendären Plattenstudios und Läden, zum Beispiel dem von Ernest Tubb, warten hier die Country Music Hall of Fame mit großem Museum und das Ryman Auditorium, der wohl wichtigste Konzertsaal für Country Music, auf Besucher.
Nashville Tennessee Grand Ole Opry ist die langlebigste Radioshow der USA. Seit 1925 wird jede Woche ein Country-Konzert live übertragen. Bis 1974 aus dem Ryman Auditorium gesendet, zog die Show dann ins Opryland, einem inzwischen geschlossenen Vergnügungspark, der jetzt ein Einkaufszentrum beherbergt.
Pigeon Forge Tennessee Der von Dolly Parton gegründete und geführte Themenpark Dollywood verbindet die traditionelle Country Music mit den modernen Entertainment-Ansprüchen der Amerikaner. Immer wieder finden hier auch Konzerte statt, zudem erhält man einen Einblick in die Traditionen der Great Smoky Mountains.