Orlando ist sicher in vielerlei Hinsicht ein Traumziel. Nicht nur wegen des vielfältigen Freizeit- und Entertainmentangebots empfiehlt sich Orlando als Destination, sondern auch wegen des angenehmen bis warmen Klimas und der Nähe zu den Stränden an Floridas Golf- und Atlantikküste. Gerade auch für Familien mit Kindern, die zum ersten Mal in die USA reisen ist Orlando mit seinen zum Teil weltberühmten Freizeitparks geradezu ein optimales Reiseziel, denn hier gibt es selbstverständlich auch eine perfekte touristische Infrastruktur mit internationalem Flughafen, zahllosen Hotels und Restaurants aller Preisklassen und dazu auch hervorragende Möglichkeiten für Shopping, Sport und Ausflüge in die Natur, die sich in Central Florida an einigen Stellen noch von ihrer ursprünglichen Seite zeigt. Dennoch: Auch bei einer in vielerlei Hinsicht optimal ausgestatteten Destination ist ein gewisser Grad an Vorbereitung und Information im Vorfeld hilfreich. Im Folgenden haben wir einige Reisetipps für Orlando und Umgebung zusammengestellt.

 

Anreise
Orlando hat einen für amerikanische Verhältnisse mittelgroßen Flughafen, der wahrscheinlich nicht zu den elegantesten, aber auch nicht zu den zweckmäßigsten im Land gehört. Lufthansa fliegt täglich direkt ab Frankfurt, zeitweise gibt es wöchentliche Verbindungen aus Zürich. Alternativ dazu sind zahlreiche Umsteigeverbindungen möglich. Andere mögliche Zielflughäfen sind Tampa (1,5 bis 2 Autostunden), Fort Myers (3 Autostunden), Fort Lauderdale (3 Autostunden) oder Miami (3,5 Autostunden). Direkt im Inneren des Flughafengebäudes befindet sich ein Hotel – eventuell eine Alternative für einen entspannteren Start in den Urlaub am Morgen nach der Ankunft. Diverse Hotels in der Nähe des Flughafens bieten einen kostenlosen Shuttle Bus an, der regelmäßig Gäste am Flughafen abholt (ohne separate Reservierung nutzbar).

Ausflüge
Wer dem Trubel Orlandos entfliehen möchte, findet in der Umgebung einige lohnende Ausflugsziele, die teilweise so wenig mit den Themenparks und den Busladungen voller Touristen zu tun haben, dass man beinahe in eine andere Welt einzutauchen scheint. Gut eine Stunde nordwestlich beispielsweise kommt man nach Ocala, wo sich mehr als 1000 Pferdefarmen befinden; in der Umgebung liegen einige sprudelnde Quellen. Fährt man von Orlando aus nach Westen, kommt man durch eine Region, die von zahllosen Seen mit zum Teil besonders guten Angelmöglichkeiten. Hier, zum Beispiel in Clermont, befinden sich einige der für den Bundesstaat so typischen Zitrusfarmen, die man oft auch besuchen und besichtigen kann. In Richtung Osten dagegen gelangt man nach etwa einer Stunde mit dem Auto nach Cape Canaveral, wo man nicht nur die weltberühmte Basis der NASA bestaunen kann, sondern in der Umgebung auch ausgedehnte Naturschutzgebiete und – zum Beispiel in Cocoa Beach – auch einige beliebte Strände findet.

Konsulate
Deutschland: Honorarkonsulat in Orlando, 215 East Livingston Street
Österreich: Konsulat in Hollywood, 2445 Hollywood Boulevard
Schweiz: Konsulat in Miami, 825 Brickell Bay Drive

Gesundheit
Immer wieder eine Ursache für Erkältungen ist der in Florida übliche und für Europäer ungewöhnliche ständige Wechsel zwischen tropisch-schwüler Hitze draußen und extremer Air Condition drinnen. Harmlosere Erkrankungen lassen sich meist schon mit den frei verkäuflichen Medikamenten lindern, die es bei Walgreens oder CVS, aber auch in jedem größeren Supermarkt gibt. Wenn es ernster wird, gibt es zwar auch deutschsprachige Ärzte in der Region, aber amerikanische Ärzte sind in der Regel äußerst um ihre Patienten bemüht und können auch bei weniger guten englischen Sprachkenntnissen weiterhelfen. Eine Krankenversicherung für das Ausland sollte eigentlich selbstverständlich sein, man muss bei Ärzten und im Krankenhaus aber in Vorkasse gehen – Kreditkarte ist also nötig.

Klima
Eines sei vorweggeschickt: So richtig frieren muss man in Orlando selten. Es gibt aber durchaus Tage im Winter, wenn eine Kaltfront durchzieht und die Werte vorübergehend im einstelligen Celsius-Bereich liegen. Zwischen November und Februar muss mit solchen Temperaturen gerechnet werden, danach liegen die Temperaturen in der Regel über 20° C, ab Ende Mai bis Mitte September dann eigentlich täglich rund um die 30° C. Die beste Reisezeit ist das Frühjahr, auch weil im Sommer tägliche, zum Teil heftige Gewitter stattfinden. Diese dauern allerdings meist nur etwa 20-30 Minuten.

Reisezeit
Orlando kann man, genau wie ganz Florida, zu jeder Zeit des Jahres besuchen. Alle Themenparks und sonstige Freizeit- und Entertainmentangebote sind selbstverständlich durchgängig verfügbar, mit Ausnahme der Wasserparks. Abgesehen von den klimatischen Rahmenbedingungen gibt es also kaum Einschränkungen bezüglich der Reisezeit. Allerdings: In den Sommermonaten kommen nicht nur viele europäische Touristen, sondern auch solche aus Mittel- und Südamerika in hoher Zahl in die Region und es wird dann in vielen Hotels, aber auch in den Straßen, Themenparks und Einkaufszentren mitunter so voll, dass das Vergnügen ein wenig auf der Strecke bleiben kann. Wer kann, sollte die Sommerferienzeit daher eher meiden.

Shopping
Für Europäer halten die USA ja so manches Schnäppchen bereit und ein Einkaufsbummel lohnt sich eigentlich immer. Orlando ist für diesen Zweck eigentlich das optimale Reiseziel. Es gibt im erweiterten Stadtgebiet drei Outlet-Malls mit jeweils mehreren hundert Geschäften, die das übliche Markenspektrum abdecken und oft günstige Preise anbieten. Es gibt daneben mehrere Einkaufszentren, die nicht auf Outlet-Ware spezialisiert sind und in denen ebenfalls die gesamte mögliche Produktpalette zu finden ist. Es findet eigentlich immer irgendwo ein Ausverkauf statt, ein Blick auf die Webseiten der Malls vor einem geplanten Besuch lohnt sich. Ein spezielleres und exklusiveres Angebot findet sich in den Geschäften in Downtown. Übrigens: Souvenirs von Disney & Co. findet man auch in Verbrauchermärkten, wie es sie an jeder Ecke gibt; dort sind sie allerdings in der Regel günstiger als in den Parks.

Sicherheit
Wo viele Touristen sind, da gibt es auch immer Menschen, die solche als dankbare Opfer betrachten. Allerdings muss man in Orlando keineswegs übermäßig Angst vor Kriminalität haben – die Verbrechensraten sind nicht ungewöhnlich hoch und besonders rund um die Themenparks gibt es neben der Polizei auch Sicherheitsdienste, die ein Auge auf ungewöhnliche Aktivitäten haben. Generell aber reicht es, den normalen Menschenverstand zu benutzen und z.B. keine Wertsachen im Auto liegen zu lassen. Falls möglich, sollte man im Stadtgebiet die Viertel Pine Hills und Parramore nach Einbruch der Dunkelheit meiden oder sich zumindest nicht allzu deutlich als Tourist kennzeichnen.

Transport vor Ort
Wer sich nur ein paar Tage in Orlando aufhalten und sich auf die Themenparks beschränken möchte, der kommt vielleicht damit aus, sich von Shuttlebus zu Shuttlebus zu hangeln. Es gibt kostenlose Shuttlebusse vieler Hotels, mit denen man sich vom Flughafen abholen lassen kann. Es gibt von den Hotels aus wiederum Shuttlebusse, die einen oder mehrere der großen Themenparks ansteuern, ebenfalls kostenlos. Und es gibt einen Bus (“Trolley” genannt), der fast kostenlos, d.h. für $1,25, am International Drive auf und ab fährt; auch der reguläre Busservice namens “Lynx”, der ebenfalls sehr erschwingliche Preise hat. Die allermeisten Besucher aber entscheiden sich für einen Mietwagen und da es nirgends auf der Welt mehr Mietwagen und Anbieter als hier gibt, sind die Preise dafür auch meist vergleichsweise günstig. Allgemein ist das Autofahren auf typisch amerikanische Art entspannt, zu den Stoßzeiten aber kann es vor allem auf dem Interstate 4 und auf den Zufahrtsstraßen sehr voll werden. Bei der Wahl des Verkehrsmittels aber ist zu beachten, dass Universal Studios, Disney World und Sea World keineswegs in Orlando liegen, sondern zwischen 15 und 30 Kilometer außerhalb.

Unterkunft
Nirgends in den USA, außer in Las Vegas, gibt es mehr Hotelzimmer als im Großraum Orlando und dies in allen Kategorien. Die Wettbewerbssituation sorgt dafür, dass die Preise zumindest im USA-üblichen Rahmen liegen, manchmal sogar darunter. Bei der Wahl des Hotels sollte man beachten, dass die großen Themenparks etwas außerhalb Orlandos liegen – wer sich die nicht gerade kleinen Preise fürs Parken ersparen will, kann bei den näher an den Parks gelegenen Hotels auf kostenlose Shuttlebusse zurückgreifen. Eine Alternative zu den Hotels sind ganze Siedlungen voller Ferienhäuser, die rund um Orlando und Kissimmee zu finden sind. Diese Häuser sind in vielen Fällen besser ausgestattet als das eigene Zuhause und bieten natürlich mehr Privatsphäre und Komfort als Hotelzimmer. Wer sich für diese Variante entscheidet, benötigt aber auf jeden Fall einen Mietwagen.