Lage Nordwesten von Oregon
Einwohner 167.400
Beiname The Cherry City
Gründungsjahr 1842

 

Oregons Hauptstadt liegt im Nordwesten des Bundesstaats am Ufer des Willamette Rivers und etwa eine Autostunde südlich von Portland. Salem ist nach der Einwohnerzahl die drittgrößte Stadt des Bundesstaats. Die Stadt liegt recht tief, auf einer Höhe zwischen 37 und 240 Metern über dem Meeresspiegel. Die Nähe zum Pazifik sorgt für ein maritimes Klima mit vergleichsweise viel Niederschlag, der zwar vor allem in den Herbst- und Wintermonaten, aber selten in Form von Schnee fällt.

Im Jahr 1840 wurde eine Missionsstation von Methodisten in der Umgebung des heutigen Salem errichtet, zwei Jahre später ergänzt durch das Oregon Institute, aus dem später die Willamette University hervorging. Diese Institutionen gelten heute als Keimzelle von Salem, das 1844 gegründet wurde und 1857, als es bereits Hauptstadt des Territoriums war, das Stadtrecht erhielt. Die ersten beiden Capitol-Gebäude wurden jeweils durch Großfeuer zerstört; das heutige Oregon State Capitol wurde 1938 erbaut und 1977 erweitert (900 Court Street). Das Gebäude selbst ist umgeben vom State Capitol State Park, innerhalb dessen Grenzen einige Springbrunnen und eine Vielzahl von Kirschbäumen zu finden sind. Die Architektur des Capitols, die klare, strenge Linien aufweist, hat einiges an Kritik auf sich gezogen und bekam einige wenig schmeichelhafte Spitznamen verpasst. So wurde die Kuppel schon als einer Farbdose ähnelnd verspottet, obwohl auf der Spitze eine fast sieben Meter hohe, goldfarbene Skulptur zu sehen ist, der “Oregon Pioneer”. Die Statue wird nachts beleuchtet. Im Außenbereich finden sich noch weitere figürliche Darstellungen, unter anderem Reliefs von Lewis und Clark. Weitere künstlerische Darstellungen, deren Thema vor allem die Geschichte Oregons ist, befinden sich im Inneren des Bauwerks.

Während das Capitol der Sitz der Legislative des Bundesstaats ist, hat Oregons Gouverneur seinen Amtssitz in der Mahonia Hall (533 Lincoln Street). Das von der Familie des ehemaligen Bürgermeisters Livesley 1924 ursprünglich als Privatresidenz errichtete, mehr als 900 Quadratmeter Platz bietende Gebäude mit Gartenanlage wurde 1988 mit Hilfe privater Spenden vom Bundesstaat gekauft und ist seitdem der Wohnsitz aller Gouverneure Oregons gewesen. Livesley, der sein privates Vermögen mit dem Anbau und Verkauf von Hopfen gemacht hatte, war auch der Bauherr eines der höchsten Gebäudes der Stadt, des Capitol Center in Downtown (388 State Street). Mit seinen 46 Metern Höhe ist es das zweithöchste Gebäude der Stadt, nur übertroffen von der Salem First United Methodist Church (600 State Street), dessen weiße, hölzerne Kirchturmspitze um ein paar Zentimeter höher ragt. Das Kirchengebäude im Gothik-Revival-Stil wurde 1878 fertiggestellt und ist damit die älteste Methodistenkirche westlich der Rocky Mountains. In den 1930er Jahren waren Erweiterungen vorgenommen worden.

Das State Capitol ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Besucher von Salem. Darüber hinaus hat Oregons Hauptstadt mehrere interessante Museen aufzuweisen, zu denen etwa auch das Hallie Ford Museum of Art (700 State Street, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr) gehört. Dieses Kunstmuseum gehört zur Willamette University. Es wurde 1998 eröffnet und legt den Schwerpunkt auf Kunst aus dem Bundesstaat und dem pazifischen Nordwesten, ergänzt um wechselnde thematische Sonderschauen aus anderen Bereichen. Daneben sind Werke der indianischen Ureinwohner ebenso zu sehen wie europäische Malerei. Ebenfalls interessant ist das Mission Mill Museum (1313 Mill Street, geöffnet Montag-Samstag 10-17 Uhr). Dieses ist in einer historischen Textilfabrik untergebracht und zeigt auf anschauliche Weise den Arbeitsalltag zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Neben der alten Fabrikanlage hat man einige andere historische Gebäude hierher versetzt, so dass ein historisches Zentrum namens Willamette Heritage Center entstanden ist, das auch in geführten Touren erkundet werden kann. Eher an Kinder gerichtet ist dagegen das Gilbert Discovery Village (116 Marion Street, geöffnet Montag-Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 12-17 Uhr), das sich als interaktive Ausstellung versteht, in der Kindern verschiedene Themen näher gebracht werden. Zu diesem Zweck gibt es unter anderem eine simulierte Tierklinik oder eine Nachempfindung des tropischen Regenwalds.

Zurück im Freien, findet man im Stadtgebiet von Salem mehrere öffentliche Parks und Grünanlagen. Schön ist zum Beispiel der gut 36 Hektar große Bush’s Pasture Park (erreichbar über Mission Street), in dem es Spiel- und Sportplätze gibt sowie einen Rosengarten. In einer ehemaligen Scheune auf dem Gelände des Parks finden darüber hinaus Kunstausstellungen statt. Wem der Sinn nach noch mehr Kultur steht, der wird häufig im Reed Opera House fündig. Das historische Gebäude in Downtown (189 Liberty Street), das 1870 eröffnet wurde, ist heute Veranstaltungsort für zahlreiche Events, darunter Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Aufführungen und einiges mehr. Darüber hinaus sind in dem Backsteingebäude einige Geschäfte und Restaurants zu finden. Ähnliches lässt sich auch über das zweite historische Theatergebäude in der Stadt sagen, das Elsinore Theatre (170 High Street); ein ehemaliges Kino, das nach einem umfangreichen, 2004 abgeschlossenen Umbau heute wieder Schauplatz von Konzerten ist.

Das wichtigste Event im Veranstaltungskalender von Salem ist die Oregon State Fair jeweils Ende August. Die State Fair ist eine Mischung aus regionaler Leistungsschau, Volksfest und Ausstellung und wird von zahlreichen anderen Veranstaltungen begleitet und das eigens dafür eingerichtete Gelände wird auch außerhalb der State Fair zum Beispiel für Rodeos oder Konzerte genutzt. Andere gut besuchte Veranstaltungen im Laufe des Jahres sind unter anderem ein Kulturfestival im Sommer, das Wine & Food Festival im Januar und das World Beat Festival, ein mehrtägiges Musikfest, das im Juni stattfindet.