Seit 1873 fahren in San Francisco die Cable Cars, wunderbar antiquiert wirkende und schon mehrmals totgesagte Kabelstraßenbahnen, die über ein im Boden laufendes Seil angetrieben werden. Es gibt noch drei Linien der Cable Cars im Stadtgebiet, die zum weitaus überwiegenden Teil von Touristen benutzt werden. Die historischen Fortbewegungsmittel werden von der San Francisco Municipal Railway, der für den Nahverkehr zuständigen städtischen Gesellschaft, betrieben. Es gibt zwei verschiedene Wagentypen, die eingesetzt werden, von denen die größeren 68, die kleineren 60 Passagiere befördern können. In einem Cable Car Museum erfährt man mehr über die Geschichte der für San Francisco so typischen Bahnen.

Heute werden vom ursprünglichen Netz noch drei Linien betrieben: Linie 59, die Powell-Mason Line; Linie 60, die Powell-Hyde Line und die der California Street folgende Linie 61. Viele andere ehemalige Cable Car-Linien wurden durch elektrische Straßenbahnen ersetzt, zum Beispiel nach dem Erdbeben von 1906, doch diese konnten die steilen Anstiege an einigen Stellen nicht überwinden, mit denen die Cable Cars keine Probleme haben. An diesen Stellen entschied man sich dann in den 50ern wiederum eigentlich für den Einsatz von Bussen, doch Initiativen von Privatleuten verhinderten, dass die Cable Cars ganz aus dem Stadtbild verschwanden.

Cable Cars werden von zwei Personen gesteuert. Einer, der Gripman, ist dafür verantwortlich, mit einem Greifarm das im Boden laufende Seil zu fassen, mit dem die Fahrzeuge die steilen Strassen hinauf gezogen werden. An Kreuzungen muss er das Seil loslassen und nach der Kreuzung wieder greifen. Diese Vorgänge benötigen viel Kraft im Oberkörper, weshalb überwiegend Männer für diese Tätigkeit eingesetzt werden. Zusätzlich arbeitet am hinteren Ende des Wagens der Conductor, der für das Bremsen bei Abfahrten zuständig ist, aber auch den Blick auf die Passagiere haben muss, die sich auch außen auf Trittstufen stellen dürfen. Dabei, vor allem aber bei den Haltestellen, an denen die Cable Cars oft mitten auf der Strasse halten, kommt es recht häufig zu Unfällen, da viele der Fahrgäste nicht geübt mit dem Ein- und Aussteigen sind.

Am Ende der Strecken auf den Linien 59 und 60 werden die Wagen auf so genannten Turntables herumgedreht, um in die andere Richtung weiterfahren zu können. Auf der California Line werden dagegen Fahrzeuge eingesetzt, die von zwei Seiten gesteuert werden können und somit nicht umgedreht werden müssen. Die Garage der Cable Cars befindet sich zwischen Washington und Jackson Street. Hier laufen auch die Seile zusammen und werden mittels starker Motoren gezogen, damit die Bahnen sich fortbewegen können.

In unmittelbarer Nähe (1201 Mason Street) befindet sich das Cable Car Museum, in dem die Geschichte des ungewöhnlichen Fortbewegungsmittels, unter anderem mit einigen historischen Wagen, dokumentiert wird. Besucher des Museums, das bei kostenlosem Eintritt täglich geöffnet ist, erhalten auch die Gelegenheit, einen Blick in die Antriebshalle der Cable Car-Garage zu werfen.