Das weltberühmte Wahrzeichen San Franciscos ist die Golden Gate Bridge, die die Stadt mit den Vororten im Marin County verbindet. Die Brücke erhält ihren Namen von der etwa acht Kilometer langen und bis zu drei Kilometern breiten Meerenge zwischen der San Francisco Bay und dem Pazifischen Ozean. Die Goldsucher, die diese Stelle Mitte des 19. Jahrhunderts in großer Zahl passierten, bezeichneten sie als das Goldene Tor. Die Golden Gate- Bezeichnung wird außer für die berühmte Brücke noch an zahlreichen anderen Stellen in der Bucht von San Francisco benutzt. Es gibt den städtischen Golden Gate Park, eine Grünanlage, die sich am Rand der Stadt über mehr als vier Quadratkilometer erstreckt und damit größer als der New Yorker Central Park ist und die Golden Gate National Recreation Area, eine Sammlung von zahlreichen Anlagen in und um San Francisco mit hohem Freizeitwert. Zusammen mit angrenzenden Flächen bildet die Recreation Area das Golden Gate Biosphärenreservat.

Die Golden Gate Bridge trägt sechs Spuren des Highways US 101, der von Los Angeles im Süden bis zur Grenze zwischen Kalifornien und Oregon im Norden führt, außerdem Rad- und Fußgängerwege. Bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1937 war sie mit einer Gesamtlänge von 2737 Metern die längste Hängebrücke der Welt. Sie ist bis zu 227 Meter hoch und bietet Schiffen eine Durchfahrtshöhe von 67 Metern. Für das Befahren der Brücke mit einem Auto in Richtung San Francisco wird eine Gebühr fällig. Je nach Verkehrsaufkommen werden jeweils vier der sechs Fahrspuren für eine Richtung freigegeben, die verbleibenden beiden für die andere.

Bevor die Golden Gate Bridge erbaut wurde, bestand die Verbindung zum Marin County aus einer Fähre, die schon seit den 1820ern in Betrieb war. Der Bau einer Brücke galt viele Jahre als technisch fast unmöglich, finanziell nicht machbar und wegen des häufigen Nebels und der starken Winde als schwierig zu betreiben. Der Architekt Joseph Strauss, der schon 1916 seinen Entwurf für eine Brücke über das Golden Gate einreichte, brauchte mehr als zehn Jahre und diverse Korrekturen seines ursprünglichen Plans, bis sein Konzept umgesetzt wurde. Ab 1933 begannen die halsbrecherischen Bauarbeiten, die vier Jahre dauerten und von einem riesigen Eröffnungsfest am 27. Mai 1937 gekrönt wurden. Elf Arbeiter starben bei dem Bauprojekt durch Stürze, 19 weitere wurden gerettet, weil Strauss ein Sicherheitsnetz entwickelt hatte, das Stürze der Arbeiter auffangen konnte. Die Fahrbahnen hängen an Drahtseilen, die aus jeweils mehr als 27.000 einzelnen Strängen bestehen. Zusammengerechnet wurden 129.000 Kilometer Draht und etwa 1,2 Millionen Nieten verbaut. Die typische Farbe der Brücke, offiziell International Orange genannt, wurde ausgewählt, weil sie sich so gut in die Umgebung einfügt. Die Golden Gate Bridge ist allerdings noch für eine weitere Tatsache berühmt: An keinem anderen Ort der Welt begehen mehr Menschen Suizid als hier. Weit über 1000 Menschen haben sich hier schon das Leben genommen.

Der rechteckig angelegte Golden Gate Park besteht seit den 1870er Jahren. Zu den sehenswerten Punkten innerhalb der Anlagen gehört das aus Holz gebaute Gewächshaus der Conservatory of Flowers, das eine große Sammlung exotischer Pflanzen beherbergt, von denen vor allem die mehr als 700 verschiedenen Orchideenarten erwähnenswert sind. Das Gewächshaus wurde 1878 errichtet. Ein weiteres beliebtes Ziel im Park ist der Japanese Tea Garden, der älteste japanische Garten der USA, in dem sich neben einem Teehaus viele Pflanzen aus China und Japan befinden. Besonders an den Wochenende erfreuen sich daneben die Seen des Parks großser Beliebtheit. Der Spreckels Lake im Norden ist besonders für die Modellboote bekant, die hier jeden Tag zu Wasser gelassen werden, während man am Stow Lake selbst Boote ausleihen und bei einer Fahrt über den See schöne Blicke über San Francisco genießen kann. Sogar bis ans Meer reicht der Golden Gate Park heran; ganz im Westen grenzt er an den Ocean Beach. Im Inneren des Parks stoßen Besucher auf zahlreiche überraschende Anblicke. Dazu gehören sowohl die überall verteilten Statuen zum Beispiel von Goethe, Don Quixote oder Beethoven, als auch die beiden Windmühlen im holländischen Design, die Wasser aus dem Grund fördern. Vor allem aber gehören die Bisons dazu, die es seit 1891 im Golden Gate Park gibt und deren im westlichen Abschnitt angesiedelte Herde vom städtischen Zoo betreut wird.

Die unter der Verwaltung des National Park Service stehende Golden Gate National Recreation Area zählt mit mehr als 13 Millionen jährlichen Besuchern zu den am meisten besuchten Einheiten der Behörde. Die Recreation Area besteht nicht aus einer zusammenhängenden Fläche, sondern aus einer Sammlung mehrerer Abschnitte in und um San Francisco. So gehört beispielsweise auch das Muir Woods National Monument mit seinen Redwood-Bäumen etwa 20 Kilometer nördlich von San Francisco zu dieser Einrichtung. Zu den Anlagen innerhalb der Stadtgrenzen gehören unter anderem die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz, mehrere Strandabschnitte wie China Beach, Ocean Beach und Baker Beach, aber auch ehemals militärisch genutzte Installationen wie das für den Bürgerkrieg gebaute Fort Point am Fuß der Golden Gate Bridge oder der ehemalige Militärstützpunkt Fort Miley, das heute als Picknickgelände beliebt ist. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Schutzgebieten, die vor allem Wälder, Küstenstreifen und Dünen umfassen, gehört die National Recreation Area zum seit 1988 bestehenden Unesco Golden Gate Biosphären-Reservat.