Die San Juan Mountains sind ein Gebirgszug der Rocky Mountains, die mit dem Uncompahgre Peak auf 4361 Metern ihren höchsten Punkt erreichen. Insgesamt gibt es 18 Gipfel, die eine Höhe von mehr als 4000 Meter erreichen, in den San Juan Mountains. Sie liegen im Südwesten Colorados und sind heute, nachdem sie früher ein Zentrum des Bergbaus waren, eine der wichtigsten touristischen Reiseregionen des Bundesstaats. Aus der Vergangenheit, in der hier Gold und Silber abgebaut wurden, entstanden einige Orte, die bis heute viel von ihrem ursprünglichen, rauen Charme erhalten haben und daher sehr sehenswert sind – als Beispiele lassen sich Telluride, Silverton und Durango nennen. Die Region lädt im Winter für diverse Variationen von Wintersport ein, im Sommer kann man hier gut wandern, bergsteigen oder Mountainbike fahren.

Einer der bei Touristen besonders beliebten Orte ist das rund 16.900 Einwohner zählende Durango. Die Stadt war 1881 von einer Eisenbahnlinie gegründet worden, die das Minenbaugebiet versorgte und einen Standort für ihr Depot benötigte. Durango liegt auf einer Höhe von rund 2000 Metern und hat einen kleinen Regionalflughafen. Die im typischen Baustil erhaltene Main Street mit ihren zahlreichen Boutiquen und Restaurants ist ein besonderer Anziehungspunkt für Touristen. Wer Ende Januar in der Stadt ist, hat die Gelegenheit, das Snowdown Festival mitzuerleben, den Höhepunkt des Veranstaltungskalenders Durangos mit Feuerwerk und Parade. Zu dieser Jahreszeit verzeichnet die Stadt in der Regel viele Besucher, denn in der Umgebung befinden sich mehrere Skiresorts.
Über eine historische Schmalspurbahn, die Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad, besteht eine Verbindung zum Nachbarort Silverton. Eine Fahrt mit dem zum Teil von Dampflokomotiven gezogenen Zug dauert rund 3,5 Stunden pro Strecke und führt durch eine überaus sehenswerte Landschaft mit vielen tollen Ausblicken.

Der kleine Ort Silverton mit nur wenig mehr als 600 Einwohnern, wurde 1874 gegründet, als hier Silber gefunden worden war. Silverton liegt auf mehr als 2800 Metern Höhe und damit noch einmal deutlich höher als Durango. Der Ort steht insgesamt auf der nationalen Denkmalschutzliste. Einige Meilen entfernt befindet sich die Old Hundred Gold Mine, eine stillgelegte MIne, die im Sommer besichtigt werden kann und die Geisterstadt Howardsville, von der heute nur einige Hütten übrig sind. Für Autoreisende wartet in dieser Gegend noch eine besondere Attraktion. Der Abschnitt der US Route 550, der von Silverton nach Ouray führt, wird als Million Dollar Highway bezeichnet und führt über steile Anstiege und vorbei an tiefen Klippen sowie über enge Haarnadelkurven. Ouray ist ein weiterer der zahlreichen kleinen Orte in dieser Region, die als Bergbaucamp gegründet wurden und in denen sich bis heute die Erinnerung an diese Zeit wiederfinden lässt, vor allem entlang der historischen Main Street. Einst Standort von 30 Minen, aus denen Gold und Silber extrahiert wurden, wird Ouray heute gelegentlich als “Switzerland of America” bezeichnet, weil es beinahe komplett von Bergen umgeben ist. Im Winter kommen hier viele Touristen her, um sich an den gefrorenen Wasserfällen im Eisklettern zu versuchen.

Rund 130 Kilometer weiter westlich, am Rand des Rio Grande National Forests, liegt der 400-Einwohner-Ort Creede, in dem Ende des 19. Jahrhunderts einmal rund 10.000 Menschen zuhause waren, die hier nach Silber suchten. Noch bis 1985 war hier eine Mine in Betrieb. Ein kleines, aber liebevoll gestaltetes Museum, das Creede Underground Mining Museum, erinnert an die Vergangenheit des kleinen Ortes. Einen weiteren Eindruck gewinnt, wer der beliebten Rundstrecke der Bachelor Historic Tour folgt, die über 17 Meilen vorbei an stillgelegten Minen und Ghost Towns führt.

Die Kleinstadt Telluride am Ufer des San Miguel River ist so etwas wie der touristische Hauport der erweiterten Region. Telluride zählt heute rund 2300 Einwohner, der stetige Zustrom an Touristen sorgt aber dafür, dass regelmäßig deutlich mehr Menschen in der Stadt sind. Dafür sorgt vor allem das bekannte Skiresort, das 1972 eröffnete und dem Ort eine Alternative zu den Einnahmen aus dem Bergbau bescherte. Das Telluride Ski Resort, das sich eigentlich im benachbarten und über eine Seilbahn erreichbaren Örtchen Mountain Village befindet, verfügt heute über 18 Lifte und wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Telluride war im Jahr 1875 als Camp von Bergarbeitern gegründet worden, liegt auf knapp 2700 Metern und ist von steilen Abhängen umgeben, in denen sich mehrere stillgelegte Bergwerke befinden. Während sich die Touristen im Winter auf den Skipisten und Loipen tummeln, kommen die Gäste im Sommer, um zu wandern, bergzusteigen oder Mountainbike zu fahren. Ein beliebtes Ausflugsziel zu allen Jahreszeiten sind die Bridal Veil Falls, ein 111 Meter hoher Wasserfall, an dessen Spitze ein kleines Kraftwerk steht, das einen guten Teil der im Ort benötigten Elektrizität produziert. Die Wasserfälle gelten bei Eiskletterern als besonders schwierige Herausforderung.