Lage nördliche Mitte von New Mexico
Einwohner 83.900
Gründungsjahr 1610

 

Santa Fe, Hauptstadt von New Mexico, ist zugleich die viertgrößte Stadt des Bundesstaats. Die Stadt, deren Name spanisch ist und soviel wie “heiliger Glauben” bedeutet, liegt am gleichnamigen Fluss und ist eine der ältesten des amerikanischen Westens. Unter dem Stadtmotto “The City Different” ist Santa Fe vor allem für seine historischen Straßenzüge, die zahlreichen Bauten im traditionellen Adobe-Stil und für seine vielseitige kulturelle Szene bekannt.

An der Stelle der heutigen Stadt Santa Fe befanden sich bereits vor mehreren hundert Jahren indianische Pueblos. 1598 erfolgte der erste Versuch einer Kolonialisierung der Region durch die Spanier, doch erst 1610 wurde vom spanischen Gouverneur Pedro de Peralta, eine Stadt gegründet, die er umgehend zur Hauptstadt der Provinz machte. Santa Fe ist eine der ältesten Städte des ganzen Landes, auch wenn sie zwischen 1680 und 1692 nicht bevölkert war, weil Indianer die Kolonialisten vertrieben hatten. 1824 wurde Santa Fe die Hauptstadt des mexikanischen Territoriums und blieb dies auch während des Krieges zwischen den USA und Mexiko, an dessen Ende die Stadt zu den USA kam. Im Zeitalter des Eisenbahnbaus Richtung Westen blieb Santa Fe zunächst im Abseits und als New Mexico 1912 Bundesstaat der USA wurde, zählte die Stadt gerade einmal rund 5000 Einwohner. Zu dieser Zeit allerdings begannen sich Künstler für den Ort zu interessieren und mit der Ansiedlung einer Künstlerkolonie und der Ausprägung eines eigenen Baustils, der als Santa Fe Style bekannt wurde, legte die Stadt den Grundstein für ihren besonderen Ruf.

Bis zum heutigen Tag ist die Architektur von Santa Fe eine der wichtigsten Attraktionen der Stadt. Ursprünglich im althergebrachten spanischen Stil rund um einen zentralen Platz geplant, wächst Santa Fe heute in alle Richtungen. Dabei ergibt sich dennoch zum größten Teil ein abgestimmtes Stadtbild, was in städtischen Verordnungen aus dem 20. Jahrhundert begründet liegt. 1912, als die Stadtväter mit Hilfe des Tourismus für einen Aufschwung der von den Eisenbahnen links liegen gelassenen Stadt sorgen wollten, legten sie fest, dass künftig alle neuen Bauten im Spanish Pueblo Revival-Stil errichtet werden mussten, in dem Farbe und Stilelemente der Adobe-Gebäude zum Tragen kamen. 1957 erfolgte eine etwas großzügigere Verordnung, wonach alle neuen und rekonstruierten Gebäude an den Adobe-Stil erinnern sollen und flache Dächer haben müssen – der gewünschte Effekt wird heute aber oft mit nachträglichen Stuckverkleidungen erzielt.

Der Palace of the Governors (120 Washington Avenue ist dagegen ein Original. Bereits 1610 erbaut und seitdem beinahe ununterbrochen als Sitz der Regierung von New Mexico genutzt, ist es eines der ältesten und das am längsten durchgängig genutzte Gebäude der USA. Das flache Gebäude, das 1913 im Pueblo Revival-Stil umgestaltet wurde, dient heute als New Mexico History Museum (geführte Touren möglich, Museum geöffnet Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr, freitags bis 20 Uhr). Der Palace of the Governors liegt am Santa Fe Plaza, der der wichtigste Anziehungspunkt für die Besucher der Stadt ist. Ebenfalls hier zu finden ist die historische St. Francis Cathedral (131 Cathedral Place). Die Kirche war zwischen 1869 und 1886 erbaut worden und ist, im Kontrast zu ihrer Umgebung, im Stil der Neuromantik gehalten. Papst Benedikt XVI erhob die Kathedrale 2005 in den Status einer Basilika. Sehenswert sind die Eingangstüren, in die Bronzetafeln mit Stationen aus der Geschichte der Kirche eingearbeitet wurden und die beiden Skulpturen vor dem Gebäude, von denen eine den ehemaligen Bischof Father Lamy und eine die katholische Heilige Kateri Tekakwitha zeigt. Einen Block von der Plaza entfernt liegt das New Mexico Museum of Art (107 West Palace Avenue, geöffnet täglich 10-17 Uhr, freitags bis 20 Uhr; im Winter montags geschlossen), das in einem Gebäude untergebracht ist, das exemplarisch für die in der Stadt vorherrschende Architektur ist. Der Schwerpunkt der rund 20.000 Ausstellungsstücke im Besitz des Museums liegt auf Kunst aus dem amerikanischen Südwesten, es werden jedoch auch Werke aus anderen Teilen der Welt gezeigt. Die Santa Fe Plaza ist darüber hinaus im Laufe des Jahres Schauplatz vieler kleinerer und größerer Veranstaltungen. Unter diesen ist der Santa Fe Indian Market zu nennen, der seit 1922 jährlich Ende August oder Anfang September stattfindet und Kunstwerke und Kunsthandwerk aus indianischer Produktion zur Schau stellt. Neben dem Verkauf findet auch ein Wettbewerb statt, bei dem die besten Stücke in verschiedenen Kategorien von einer Jury prämiert werden. Nur kurz nach dem Indian Market wird die Fiesta de Santa Fe gefeiert, ein Volksfest mit traditionellen und historischen Anklängen, bei dem an die Rückeroberung der Stadt durch die spanischen Kolonialisten im Jahr 1692 erinnert wird, nachdem diese zwölf Jahre zuvor von den Ureinwohnern vertrieben worden waren.

Santa Fe ist wegen seines multikulturellen Charakters als UNESCO Creative City anerkannt worden. Viele Besucher zieht es in die Canyon Road, wo mehr als 100 Kunstgalerien zuhause sind, wo indianische und hispanische Kunst angeboten wird. Die Gebäude entlang der Strasse sind alle im typischen Adobe-Stil erbaut und waren ursprünglich Wohngebäude. Canyon Road ist eine eng bebaute Strasse, die in Richtung der Bergkette führt, die man in Santa Fe von überall her sehen kann. Diese Berge, ein Teil der Sangre de Cristo Mountains, liegen rund 35 Kilometer außerhalb der Stadt und sind ein bei Einwohnern und Besuchern gleichermaßen beliebtes Freizeit- und Ausflugsgebiet. Vor allem der Truchas Peak, mit fast 4000 Metern der höchste der Gipfel hier, gilt als echtes Wildnisgebiet, dass sich sowohl zum Wandern und Klettern als auch zum Campen oder zur Naturbeobachtung eignet. In den höheren Lagen der Berge gibt es einige Seen, die für ihren Fischreichtum berühmt und bei Anglern beliebt sind.

Zurück in der Stadt, warten noch mehr Kunst und Kultur. Das Georgia O’Keeffe Museum (217 Johnson Street, täglich geöffnet 10-17 Uhr, freitags bis 19 Uhr) besteht seit 1997, entstand aus privater Initiative und beschäftigt sich mittels rund 3000 Werken – darunter mehr als 1000 Kunstwerke von O’Keeffe selbst – mit Leben und Schaffen der berühmten Künstlerin, die 1986 in Santa Fe gestorben war. Weitere Museen befinden sich in einem Stadtteil, der als Museum Hill bezeichnet wird. Darunter ist das Museum of International Folk Art (Camino Lejo, täglich geöffnet 10-17 Uhr, freitags bis 20 Uhr), das sich mit sogenannter Volkskunst aus aller Welt beschäftigt. Unter den über 100.000 Ausstellungsstücken befinden sich auch Alltagsgegenstände, religiöse Kunst und Textilien. Alljährlich im Juli findet auf dem Platz vor dem Museum ein Folk Art Festival statt. Nicht weit entfernt davon befinden sich zwei Museen, deren Schwerpunkt auf indianischer Kunst liegt. Zum einen handelt es sich dabei um das bereits 1927 eröffnete Museum of Indian Arts and Culture (710 Camino Lejo, geöffnet Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr), das die Geschichte menschlicher Besiedlung in New Mexico vor Ankunft der ersten Weißen mittels Kunstgegenständen dokumentiert. Zum anderen befindet sich hier, gleich nebenan, das 1937 aus privater Initiative entstandene Wheelwright Museum of the American Indian (704 Camino Lejo), das bei freiem Eintritt historische und zeitgenössische Kunst der amerikanischen Ureinwohner zeigt. Den weitaus größten Anteil an der Sammlung haben dabei Stücke aus der Kultur der Navajo. Gelegentlich werden darüber hinaus Sonderschauen gezeigt. In der Stadt gibt es weiterhin mehrere weitere Ausstellungen und kleinere Museen, die sich mit bildender Kunst beschäftigen. Santa Fe hat außerdem eine Opernkompanie, deren Aufführungen in den Sommermonaten gezeigt werden und ein Ballett, das sowohl hier als auch in Aspen, Colorado, zuhause ist.

Abgesehen von all der Kunst und Kultur ist Santa Fe aber auch eine sehr geschichtsträchtige Stadt, was Besucher zum Beispiel beim Besuch der Anfang des 17. Jahrhunderts erbauten San Miguel Mission (401 Old Santa Fe Trail) erleben können. Diese ehemalige spanische Missionskirche gilt als ältestes Kirchengebäude in den USA. Heute allerdings sieht man das Ergebnis zahlreicher Umbauten und Reparaturen im Laufe der Zeit; die originalen Adobe-Mauern sind noch vorhanden, aber von außen nicht sichtbar. In der Umgebung der San Miguel Mission befinden sich einige weitere historische Häuser, die zum Barrio de Analco Historic District zusammengefasst sind. Viele Touristen interessieren sich daneben für das New Mexico State Capitol, Sitz der Regierung des Bundesstaats. Es ist das einzige runde Capitol aller US-Bundesstaaten und soll mit dieser Gestaltung das Sonnensymbol der Zia-Indianer symbolisieren, einem kleinen Pueblo-Volk, das in New Mexico zu hause ist. Das vierstöckige Gebäude wurde 1966 eingeweiht und nach einem Umbau und der Befreiung von Asbest 1992 neu eröffnet. Im Inneren des Gebäudes sind etliche architektonische Anklänge an die Historie und Kultur des Bundesstaats zu sehen, etwa in Gestalt einer Ausstellung von Kunstwerken von Künstlern aus der Region in der Capitol Art Collection.