Lage Südosten von Georgia
Einwohner 142.800
Beiname Hostess City of the South
Gründungsjahr 1733

 

Savannah gilt als Perle der amerikanischen Südstaaten. Die Stadt mit gut 140.000 Einwohnern, direkt am Atlantik gelegen und mit langer Tradition als Handelshafen, wurde in seiner grundsätzlichen Anlage von General James Oglethorpe entworfen, der 1733 mit einer Gruppe britischer Kolonisten hier angekommen war. Die von ihm erdachten zentralen Plätze, um die herum sich die Wohnviertel der Stadt erstrecken, die so genannten Squares, bestimmen bis heute das Grundschema des Stadtbilds von Savannah und zugleich ihre größte Sehenswürdigkeit.

Vier Squares bildeten die Keimzelle der Stadt. In den folgenden Jahren nach der Gründung erweiterte sich die Zahl der Squares auf 24, zwei gingen später im Zuge allzu engagierter Stadtplanung der 50er Jahre wieder verloren. Mit einem Restaurationsplan und entsprechendem finanziellen Aufwand ist die Stadtverwaltung dabei, dies wieder rückgängig zu machen. Dennoch sind die Squares, die nach außen hin von den Straßen Martin Luther King Boulevard und Broad Street begrenzt werden, nach wie vor die wichtigste Attraktion der Stadt und gelten als Musterbeispiel für Südstaatenarchitektur und -ambiente. Jeder der Plätze ist, obwohl in Grundriss und Ausgestaltung variierend, nach dem gleichen Grundprinzip erstellt worden, mit einem zentralen Punkt, der in der Regel von einem Denkmal oder Brunnen gebildet wird. Der gesamte Innenstadtbereich von Savannah, das während der britischen Kolonialherrschaft als Hauptstadt diente, ist als National Historic District unter Denkmalschutz gestellt.

Die Stadt liegt etwa 30 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt, mit dem sie über den Savannah River verbunden ist. So konnte sie zum Standort eines der wichtigsten Häfen des amerikanischen Südostens werden. Gemeinsam mit dem Tourismus – jährlich kommen mehr als 12 Millionen Besucher in die Stadt – ist der Hafen der wichtigste Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Früher wurde vor allem die in der Umgebung im großen Stil angebaute Baumwolle von hier aus exportiert, was den Wohlstand Savannahs begründete und dafür sorgte, dass so viele sehenswerte Gebäude in der Stadt entstanden. Ein anderer Grund liegt im angenehmen, subtropischen Klima, das vor allem wohlhabende Bürger aus den nördlichen Landesteilen anlockte. Die Sommer sind lang und sehr warm mit häufigen Gewittern, Schnee fällt im Winter nur sehr selten. Gelegentlich drohen Hurrikane.

Wer die Sehenswürdigkeiten Savannahs entdecken möchte, orientiert sich am besten an den Squares, wo sich zahlreiche der historischen Wohnhäuser befinden. Dazu gehören unter anderem das Mercer-Williams House Museum (429 Bull Street), das zwischen 1860 und 1868 erbaut wurde und das für Besichtigungen geöffnet ist, das ebenfalls als Museum betriebene Owens-Thomas House (124 Abercorn Street) von 1816. Vom Dach des 1840 fertiggestellten Sorrel Weed House (6 West Harris Street) wurde die Anfangssequenz des Films “Forrest Gump” gedreht. Außerdem soll es in dem Gebäude angeblich spuken – ein Aufhänger für die “Ghost Tours”, die hier angeboten werden. Außer den stattlichen Wohnhäusern lassen sich auch einige historische Kirchengebäude in dem Bereich entdecken. Nach all den Besichtigungen lädt der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegte, sehenswerte Forsyth Park, benannt nach einem ehemaligen Gouverneur Georgias, zu einer Ruhepause ein. Unter einem dichten Blätterdach warten hier unter anderem ein Kinderspielplatz und Sportfelder, daneben steht hier das Confederate Memorial, ein Denkmal für die Freiwilligen, die im Bürgerkrieg auf Seiten der Konföderierten gekämpft hatten. Das Wasser des ebenfalls im Park befindliche Springbrunnens wird zum St. Patrick’s Day im März traditionell grün gefärbt. Aus demselben Anlass findet jährlich im Historic District eine Parade statt.

Der Veranstaltungskalender Savannahs enthält neben diesen Feierlichkeiten viel Kultur. Es gibt mehrere Theaterkompanien in der Stadt, darunter die im Savannah Theater (222 Bull Street), das mit einem Eröffnungsdatum im Jahr 1818 zu den ältesten des ganzen Landes gehört. Das historische Bühnengebäude dient auch für Konzerte und Shows. Daneben gibt es das große Savannah Music Festival Ende März und das Savannah Jazz Festival im September. Kurz darauf, meist Ende Oktober, ist das Lucas Theater of the Arts Schauplatz des alljährlichen Savannah Film Festivals. International bekannt und in der Regel hochkarätig besetzt ist das im Februar stattfindende Savannah Book Festival, bei dem zeitgenössische Autoren ihre Werke vorstellen. Weitere Veranstaltungen finden im 1974 erbauten Savannah Civic Center in der Innenstadt (301 West Oglethorpe Avenue) statt, darunter Konzerte und Sportveranstaltungen.

Weitere Sehenswürdigkeiten befinden sich außerhalb des historischen Innenstadtbereichs. Dazu gehören die Coastal Georgia Botanical Gardens (2 Canebrake Road, geöffnet Montag-Freitag 8-17 Uhr, Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 12-17 Uhr), zu denen unter anderem ein Rosengarten und eine breitgefächerte Sammlung verschiedener Bambusarten gehören. Freunde historischer Eisenbahnen kommen im Georgia State Railroad Museum (655 Louisville Road) auf ihre Kosten. Hier befinden sich mehrere vor dem Bürgerkrieg errichtete Gebäude der Eisenbahngesellschaft, darunter ein Bahnschuppen und Werkstätten, die für Besichtigungen geöffnet sind. Daneben gibt es historische Lokomotiven zu sehen und es besteht die Möglichkeit, mit einer Museumseisenbahn zu fahren.

Beliebte Ausflugsziele außerhalb der Stadt sind vor allem Tybee Island, das einst “Savannah Beach” hieß und der Atlantikstrand ist, an dem die Einwohner der Stadt Erholung suchen, und Ossabaw Island, eine unbewohnte und nur mit dem Boot erreichbare Barriereinsel, die langsam in ihren Naturzustand zurückkehrt und so einen einzigartigem Lebensraum bietet. Naturbeobachtungen sind auch möglich auf Skidaway Island, wo im gleichnamigen State Park Wanderwege, Aussichtstürme, Campingplätze und Picknickflächen eingerichtet sind. Hier befindet sich auch das Aquarium der University of Georgia (30 Ocean Science Circle) und das ebenfalls mit der Universität verbundene Skidaway Institut für Ozeanographie.