Es mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, dass in einer US-Großstadt ausgerechnet ein Bauernmarkt zu den Top-Touristenattraktionen zählt. Noch dazu in einer Stadt wie Seattle, die für Fortschritt und technologische Innovation steht. Aber tatsächlich ist der Pike Place Market die meistbesuchte Sehenswürdigkeit von Seattle.

Schon seit 1907 gibt es den Markt zwischen Pike Street und Virginia Street. Er ist damit einer der ältesten durchgehend bestehenden Märkte des Landes und inzwischen der Mittelpunkt eines gleichnamigen Historic Districts. Der Pike Place Market präsentiert dabei nach wie vor eine bunte Mischung an Angeboten. Es gibt frisches Obst und Gemüse von Farmern aus der Umgebung, vieles davon in Bio-Qualität, dazu Fleisch und Milchprodukte ebenso wie die berühmten Fischhändler. Ebenfalls traditionell mit dazu gehören Kunsthandwerk und Antiquitäten. Das ist aber noch nicht alles. Zusätzlich gibt es noch einige feste Läden, Bars und Restaurants und nicht zuletzt ist der Komplex auch Heimat von nicht weniger als 500 Menschen in den Wohnungen in den oberen Etagen. „Meet the Producers“ ist seit Jahren das Motto des Pike Place Markets, der Schwerpunkt im Angebot liegt also nach wie vor auf den lokal erzeugten Produkten. Handelsketten oder andere Anbieter bekommen in der Regel keine Gelegenheit, sich hier zu präsentieren. Die meisten der Marktstände werden für ein Jahr vermietet, es gibt aber auch solche, die Farmer oder Kunsthandwerker nur für einen Tag mieten können.

Wer hier unterwegs ist, wird innerhalb weniger Sekunden mit vielen verschiedenen Eindrücken konfrontiert. Das Marktgeschehen ist authentisch, auch wenn ein nicht unerheblicher Teil der Marktbesucher aus Touristen besteht und auch wenn sich Straßenkünstler und Performer unter das Volk mischen.

Zu den bekanntesten Attraktionen des Pike Place Market gehört Rachel, ein riesiges Sparschwein aus Bronze, das zum inoffiziellen Maskottchen des Markts geworden ist. Das etwa 250 kg schwere Sparschwein steht am Eingang am Pike Place und nimmt kleine Spenden entgegen. Die auf diese Weise eingenommenen Gelder -pro Jahr werden mehrere tausend Dollar gesammelt – werden für verschiedene soziale Projekte rund um den Markt verwendet. Sie fließen zum Beispiel in Marktgutscheine für bedürftige Bewohner in den Sozialwohnungen am Pike Place Market und in das Seniorenzentrum, das sich in dem Gebäudekomplex befindet.

Der wichtigste Anziehungspunkt des Pike Place Markets allerdings sind nach wie vor die sogenannten Fishmonger. Sie treten immer dann in Aktion, wenn ein Kunde einen Fisch bestellt. Ein Angestellter an den Eistischen wirft dann den kompletten Fisch über die Theke zu seinem Kollegen am Verkaufstresen, der ihn auffängt und zum Verkauf aufbereitet. Die fliegenden Fische sorgen an manchen Tagen dafür, dass mehr Schaulustige als eigentliche Kunden im Fischmarkt unterwegs sind.

In der Nachbarschaft des Pike Place Markets befindet sich das allererste Starbucks Café (1912 Pike Place), das allerdings von seinem ursprünglichen Standort hierher verlegt worden ist. Ebenfalls in der Umgebung liegen mehrere Piers und an einem davon, Pier 59, befindet sich das Seattle Aquarium.


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