Lage Alexanderarchipel, Panhandle
Einwohner 8900
Gründungsdatum 5. November 1913

 

Die trotz einer Bevölkerungszahl von weniger als 10.000 viertgrößte Stadt des Bundesstaats Alaska liegt auf Baranof Island, einem Teil des zum Alaska Panhandle gehörenden und im Pazifik liegenden Alexanderarchipels im Osten Alaskas. Der Ort liegt in einer rauen, aber äußerst sehenswerten Umgebung mit steilen, bewaldeten Küsten, Fjorden und mehr als 1000 Inseln.

Die Stadt wurde 1799 als russische Siedlung gegründet, doch schon drei Jahre später vertrieben die einheimischen Tlingit die Kolonisten nach blutigen Kämpfen. 1804 kehrten die Russen zurück, besiegten die Ureinwohner und errichteten einen Ort, den sie zur Hauptstadt von Russisch-Amerika machten. Sitka ist der Ort, an dem nach dem Kauf Alaskas durch die USA in einer Zeremonie die russische durch die amerikanische Flagge ersetzt wurde. Am Alaska Day, dem 18. Oktober, wird diese Zeremonie im Rahmen der insgesamt eine Woche dauernden Feierlichkeiten jährlich feierlich nachgestellt. Die Stadt war bis 1906 Hauptstadt des Territoriums.

Besucher Sitkas erfreuen sich vor allem an den Outdoor-Möglichkeiten der Umgebung. Die Berge rund um die Stadt bieten beispielsweise gute Gelegenheiten zum Rucksack-Wandern oder zum Bergsteigen. Der Weg zum Gipfel des Peak 5390 führt zu einem Gletscher und einem Eisfeld; auf der elf Kilometer langen Route auf den Mount Edgecumbe – , einem erloschenen Vulkan, kommt man durch einen Abschnitt Taiga und weiter oben durch ein Gebiet mit roter Vulkanasche. Zum leichteren Wandern gibt es in der Umgebung eine Vielzahl ausgewiesener Wege, unter anderem den Baranoff Cross-Island-Trail, der über 25 Kilometer schweres Terrain unter anderem über Eisfelder nach Baranoff Warm Springs führt.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört die St. Michael’s Cathedral (Lincoln Street), die 1848 erbaut wurde. Das Kirchenbauwerk ist ein Symbol der russischen Geschichte Alaskas. Zu sehen gibt es mehrere historische Ikonen und eine traditionelle Gestaltung des Innenraums. Ebenfalls sehenswert ist das Alaska Raptor Center (1000 Raptor Way, geöffnet Mai-September täglich 8-16 Uhr). In dieser Einrichtung werden verletzte Greifvögel aufgenommen und gepflegt; einige Tiere haben hier auch eine permanente Heimat gefunden. Für Besucher gibt es geführte Touren durch die Anlagen.

Sitka kann darüber hinaus interessante Museen aufweisen. Das Sheldon Jackson Museum (104 College Drive, geöffnet Dienstag-Samstag 10-12 und 13-16 Uhr) befindet sich auf dem ehemaligen Gelände eines Colleges und war das erste Museum überhaupt in Alaska. Gezeigt werden mehr als 5000 Beispiele für Kunst und Kunsthandwerk der indigenen Bevölkerung. Das Sitka History Museum (210 Seward Street) dient als Stadtmuseum und zeigt eine Ausstellung zur Geschichte der Stadt und des Bundesstaats.

Außerdem finden in Sitka ein Jazzfestival im Februar und im Juni ein Summer Music Festival für klassische Musik statt.


Sitka National Historical Park

An der Stelle, an der im Jahre 1804 die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den russischen Kolonisten und dem Volk der hier lebenden Tlingit ausgetragen wurde, befindet sich seit 1972 ein National Historical Park, dessen Ziel der Erhalt der Erinnerung an dieses Kapitel der Geschichte Alaskas ist.
Seit 1903 war das Gelände zudem von Gouverneur John G. Brady genutzt worden, um Totempfähle auszustellen, die er bei den Stämmen der Ureinwohner gefunden hatte. Heute finden sich diese Pfähle – zu einem großen Teil in Form von Nachbildungen – entlang eines drei Kilometer langen Netzes von Fusswegen durch den Park. Ebenfalls zum Park gehört das Russian Bishop’s House, ein 1842 für den Bischof der russisch-orthodoxen erbautes Wohngebäude, das später als Schule diente.