Lage Südwesten von Utah
Einwohner 80.200
Beiname Utah’s Dixie
Gründungsjahr 1861

 

Es gibt wohl nicht viele Orte, selbst im sehenswerten amerikanischen Südwesten nicht, bei denen sich dem Betrachter beim Blick aus dem Fenster eine ähnlich beeindruckende Kulisse bietet wie das in St. George der Fall ist. Die Stadt im äußersten südwestlichen Zipfel des Bundesstaats Utah war viele Jahre einer der am schnellsten wachsenden Orte der USA; zwischen 1980 und 2010 stieg die Einwohnerzahl von rund 11.000 auf über 70.000 an. Die Gründe für diese Erfolgsgeschichte sind vielschichtig. Sicher spielt auch die wunderbare Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zum Zion Nationalpark eine Rolle, aber auch das angenehme Klima mit Sonnenschein an durchschnittlich 300 Tagen im Jahr und die gute Verkehrsanbindung am Interstate zwischen Las Vegas und Salt Lake City sind gute Argumente.

Als “Utah’s Dixie” wird diese Region auch bezeichnet, in Anlehnung an die amerikanischen Südstaaten, weil auch hier wie dort Baumwolle angebaut wurde. Die ersten Pioniere, die hierher gekommen waren, hatten den erfolgreichen Versuch gestartet. Die Menschen waren dem Ruf des Begründers der Mormonenkirche, Brigham Young gefolgt, der für seine Gefolgsleute einen neuen Ort zum Leben im Westen des Landes gesucht hatte. Der Ort St. George, so benannt nach einem Apostel der Kirche der Heiligen der Letzten Tage, wurde 1861 von mehreren hundert Familien gegründet. 1877 wurde der St. George Utah Temple (250 East 400 South) fertiggestellt, der bis heute das Wahrzeichen der Stadt ist und der älteste noch in Betrieb befindliche Tempel der Kirchengemeinschaft. Das Gebäude verfügt über eine Nutzfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern und drei große Versammlungsräume. Es ist in der für die Tempel typischen Bauweise mit hohen, weißen Wänden errichtet und erreicht eine Höhe von 53 Metern. Für Besucher, die nicht Mitglied der Kirche der Mormonen sind, befindet sich ein Besucherzentrum nebenan.

Der Tempel ist das herausragende Zeugnis der Anfangsjahre von St. George, doch im Stadtgebiet gibt es davon noch mehr. Im Stadtkern lassen sich zahlreiche Wohnhäuser und Läden finden, die aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. In diesem Stadtbezirk befindet sich auch die 1911 gegründete Dixie State University. Die staatliche Universität mit ihren rund 8500 eingeschriebenen Studenten sorgt mit ihren Teams in verschiedenen Sportarten, unter anderem Basketball und Football, für das Sportangebot in St. George. Zudem richtet die Universität alljährlich im September das Internationale Dokumentarfilm-Festival aus. Ebenfalls im September wird St. George Schauplatz eines traditionellen Rodeos, im Oktober folgt ein Marathon, zu dem regelmäßig mehrere tausend Teilnehmer in die Stadt kommen. Im Nachbarort Hurricane findet immer im August das Volksfest Washington County Fair statt. Auch Kunst und Kultur kommen nicht zu kurz. So gibt es seit 1980 das St. George Art Festival jeweils am Osterwochenende, bei dem Künstler aus der Umgebung ihre Werke ausstellen; dazu gehört selbstverständlich auch indianische Kunst.

Noch mehr Kunst gibt es im St. George Art Museum (47 East 200 North, geöffnet Montag-Samstag 10-17 Uhr), das in einem ehemaligen Lagerhaus für Zuckerrüben untergebracht ist. Gezeigt werden hauptsächlich Kunstwerke von Künstlern aus der Region, daneben gibt es eine sehenswerte Sammlung von Fotos. Dagegen sorgt das neben dem Convention Center zu findende Rosenbruch Wildlife Museum (1835 South Convention Center Drive, geöffnet Dienstag-Samstag 10-18 Uhr, montags bis 20 Uhr) meist für mehr Begeisterung bei Kindern, dank seiner umfangreichen Sammlung ausgestopfter Tiere. Zum Angebot gehört auch ein interaktiver Bereich für die kleinsten Besucher.

Ein zentraler Anlaufpunkt in Downtown ist der Ancestor Square, der von vielen Geschäften und Restaurants umgeben ist. Hier findet an jedem Samstag Vormittag zwischen Mai und Oktober der Farmers Market statt, auf dem landwirtschaftliche Produkte aus der Umgebung angeboten werden. Die wichtigsten und meistbesuchten Attraktionen von St. George befinden sich aber außerhalb der Innenstadt.

Die Gegend ist weithin bekannt für den roten Sandstein, der das Landschaftsbild prägt. Der Ort war somit prädestiniert als Kulisse für mehrere Filmproduktionen, auch Szenen von Jurassic Park wurden hier gedreht. Direkt neben dem zentralen Teil der Stadt erheben sich die Felsen der Red Cliffs Desert Reserve, einem Naturschutzgebiet, in dem unter anderem Wüstenschildkröten vorkommen. Das Gebiet beschreibt den Übergang von der Mojave-Wüste zum Great Basin und dem Colorado Plateau. Einen Teil des Gebiets bildet der Snow Canyon State Park, der ein bei Einwohnern wie Besuchern gleichermaßen beliebtes Ausflugsziel ist. Der Park beeindruckt mit einer Vielzahl faszinierender Formationen aus rotem und weißem Sandstein und zwei Canyons, die sich über 12 Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erschließen lassen. Zu sehen gibt es Wüstenpflanzen, uralte Zeugnisse der ehemaligen vulkanischen Aktivität, versteinerte Sanddünen und immer wieder beeindruckende Aussichten. Innerhalb des Parkgebiets befinden sich ein Besucherzentrum, mehrere Picknickplätze und ein Campingplatz. Die Einfahrt in den State Park ist täglich ab 6 Uhr morgens möglich.

Nördlich der Stadt liegt die sich über eine Länge von 56 Kilometern erstreckende Bergkette der Pine Valley Mountains, die im 3159 Meter hohen Signal Peak ihren höchsten Punkt erreicht. In der Bergwelt liegen zwei geschützte Wildnisgebiete, die sich über Wanderwege erschließen lassen. Die Besonderheiten der Natur dieser Region kann man aber auch außerhalb dieser geschützten Areale entdecken.