Das weltberühmte Symbol von St. Louis, der Gateway Arch, ist nur ein Teil des unter der Verwaltung des National Park Service stehenden Jefferson National Expansion Memorials, das 1935 angelegt wurde und das dem Andenken an den Louisiana Purchase und die Erschließung des amerikanischen Westens nach der Expedition von Lewis & Clark dient. Das Memorial besteht aus einem 78 Hektar großen Park am Ufer des Mississippi. Neben dem Gateway Arch gehören das Museum of Westward Expansion und das Old Courthouse zur Gesamtanlage.

 

Gateway Arch
Der an seinem höchsten Punkt 192 Meter hohe Bogen aus Stahl, das Wahrzeichen der Stadt St. Louis, wurde von dem finnischen Architekten Eero Saarinen gemeinsam mit dem deutsch-amerikanischen Ingenieur Hannskarl Bandel konzipiert, nachdem Saarinen einen Designwettbewerb gewonnen hatte. Mit dem Bau war im Februar 1963 begonnen wurden, fertig war das Monument am 28. Oktober 1965. Das Bauwerk hält mehrere Rekorde: Es ist das größte bogenförmige Bauwerk der Welt, das größte von Menschenhand geschaffene Monument der USA und das größte Gebäude des Bundesstaats Missouri.

Dabei war das Monument nie ganz unumstritten. Zwar waren sich Politik und Öffentlichkeit schon früh weitgehend einig darin, dass am unattraktiv gewordenen Flussufer ein Denkmal entstehen sollte, doch weder der Weg zum Eintreiben der benötigten Gelder, noch die Enteignung der zuvor an der Stelle ansässigen Grundstücksbesitzer noch der Designentwurf für den Bogen stießen auf uneingeschränkte Zustimmung. Auch die Diskussion darüber, was mit den am Flussufer verlaufenden Bahngleisen geschehen soll, zog sich über viele Monate hin.
Heute ist das anders, die Menschen in St. Louis sind sehr stolz auf ihr Wahrzeichen und es gilt als ein ästhetisch besonders gelungenes Bauwerk. Rund vier Millionen Besucher werden am Gateway Arch jedes Jahr gezählt, etwa eine Million nutzen die Gelegenheit, mit einer der beiden Bahnen im Inneren nach oben zu gelangen. Diese Trams fahren etwa alle zehn Minuten und brauchen vier Minuten, bis sie am höchsten Punkt angelangt sind. Die Aussichtsplattform oben kann während der Spitzenzeiten sehr voll werden, entschädigt wird man mit einem fantastischen Blick aus den 16 Fenstern auf die Stadt und den Mississippi.

Wer hinauf möchte, benötigt ein Ticket, das für Erwachsene $ 10 kostet und das auch vorab online gekauft werden kann. Zu beachten ist, dass man vor der geplanten Auffahrt etwa eine halbe Stunde einplanen muss, weil man einen Sicherheits-Checkpoint passieren muss. Die Aufenthaltsdauer auf der Aussichtsebene ist nicht limitiert. Die regulären Öffnungszeiten des Gateway Arch sind täglich von 9 bis 18 Uhr, wobei um 16:50 Uhr die letzte Tram nach oben startet.

 

Museum of Westward Expansion
Das Museum über die Erschließung des amerikanischen Westens, die mit dem Aufbruch der Expedition von Lewis & Clark von St. Louis aus begann, befindet sich in den Räumen des Visitor Centers unterhalb des Gateway Archs. Nachdem man die am Eingang befindliche, lebensgroße Statue von Thomas Jefferson passiert hat, erhält man im Museum einen Einblick in die Lebensweise der Indianervölker im Westen der USA und einen Eindruck von der beschwerlichen Reise, welche die westwärts ziehenden Siedler auf sich nehmen mussten. Kinder begeistern sich für die lebensgroßen Figuren der Tiere der Prärie. Der Eintritt in das Museum ist kostenlos.

 

Old Courthouse
Es erscheint auf den ersten Blick nicht ganz klar, was ein altes Gerichtsgebäude mit dem National Memorial zu tun hat, das sich mit der Ausdehnung der USA nach Westen beschäftigt, doch auch das hübsche Gebäude mit der grünen Kuppel spielt eine wichtige Rolle in der amerikanischen Geschichte. Mit dem Bau eines Gerichtsgebäudes war 1816 begonnen worden, doch als Missouri fünf Jahre später ein US-Bundesstaat wurde, stieg die Einwohnerzahl von St. Louis in kürzester Zeit rapide und das alte Bauwerk wurde schnell zu klein. 1839 entstand ein neuer Bau, der aber gut zehn Jahre später schon wieder erweitert wurde und die heutige, 59 Meter hohe Version war schließlich 1864 das Ergebnis weiterer Umbauten.

Schon zuvor jedoch war in dem Gebäude Geschichte geschrieben worden. Der Sklave Dred Scott hatte hier 1846 auf seine Freilassung geklagt, weil seine Besitzer mit ihm auch in amerikanischen Territorien gelebt hatten, in der Sklavenhaltung nicht erlaubt gewesen war. In einem ersten Verfahren verlor Scott, die Wiederaufnahme 1850 gewann er aber. Die Gegenseite legte Revision ein und der Missouri Supreme Court entschied 1852, dass das geltende Recht “einmal frei, immer frei” nicht mehr länger anwendbar sei. Als Scott daraufhin vor den US Supreme Court zog, fällte dieses wiederum fünf Jahre später eine Entscheidung, wonach Sklaven keine US-Bürger sein konnten und damit gar kein Recht hatten, vor einem Bundesgericht zu klagen. Diese Entscheidung hob die bis dahin gültige Rechtsprechung auf, wonach Sklavenhaltung im Norden der USA verboten war. Dies rief eine erbitterte Diskussion über die Sklavenfrage im ganzen Land hervor, die letztendlich bis zum Bürgerkrieg des Nordens gegen den Süden führen sollte.

Das Old Courthouse ist täglich von 8 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet und kann bei freiem Eintritt besichtigt werden.