Gruppen von amerikanischen Ureinwohnern besuchten Arizonas Territorium schon seit Jahrtausenden und viele blieben auch über einen längeren Zeitraum in der Region. Archäologischen Entdeckungen zufolge wurde entlang des Santa Cruz Rivers schon vor mehr als 1000 Jahren Landwirtschaft betrieben; neuere Funde dokumentieren sogar ein Dorf, das es hier vor mehr als 4000 Jahren gegeben haben muss.

Die datierbare Geschichte der Region rund um Tucson beginnt aber erst mit dem Jahr 1692. In diesem Jahr kam ein Missionar der spanischen Jesuiten, Eusebio Francisco Kino, in die Gegend. Damals gab es bereits eine Ansiedlung, aus der später Tucson werden sollte; die Kirchenleute gründeten im Jahr 1700 eine Missionsstation etwa zehn Kilometer davon entfernt. Das imposante Gebäude, das in den ersten Jahren seines Bestehens bereits mehrfach von Indianern angegriffen und schließlich sogar zerstört wurde, wurde 1767 vom spanischen König den Franziskanern übereignet. Bis heute dient das Kirchengebäude als Versammlungsort der Kirchgänger aus dem Tohono O’odham San Xavier Reservat, auf dessen Gelände es sich befindet. Seit 1895 dient das Gelände der Kirche auch als Ort für eine Schule für die Kinder des Reservats.

1775 errichteten die Spanier eine von Mauern umzogene Verteidigungsanlage an der Stelle in Downtown, an der sich heute das Gerichtsgebäude des Pima County befindet. Die erwies sich auch schnell als wichtig, denn mehrere Schlachten zwischen spanischen Soldaten und Indianern trugen sich rund um Tucson zu. Nach der mexikanischen Unabhängigkeit im Jahr 1821 wurde das Gebiet zunächst dem mexikanischen Bundesstaat Occidente zugeschlagen, später Sonora. 1846 kam es zum Krieg zwischen Mexiko und den USA und für eine kurze Zeit wurde das Fort Tucson von einem US-Bataillon besetzt, das vorwiegend aus mormonischen Kriegern bestand.

Der Süden Arizonas kam schließlich 1853 mit dem Gadsden Purchase an die USA und wurde dem New Mexico-Territorium zugeschlagen. Zunächst allerdings interessierten sich die Nordamerikaner nicht allzu sehr für ihr für 10 Millionen Dollar gekauftes Gebiet, was dazu führte, dass sich bald schon eine Bewegung von Siedlern zusammenfand, die für ein eigenes Arizona-Territorium eintraten und einen Gouverneur wählten. In Washington wurde diese Bewegung allerdings ignoriert. Nur wenig später allerdings wurde das Vorhaben doch Realität. Der Südstaaten-Politiker John Baylor hatte im Civil War mit seinem Heer den Süden des New Mexico- Territoriums erobert und das konföderierte Arizona-Territorium mit sich selbst als Gouverneur und Tucson als Hauptstadt ausgerufen. Südstaaten-Präsident Jefferson Davis bestätigte das Territorium als Teil der Konföderation im Februar 1862. Nach dem Sieg des Nordens im Bürgerkrieg war es damit aber wieder vorbei und Tucson kam vorübergehend wieder zu New Mexico, doch schon im Februar 1863 verabschiedete der Senat das Gesetz, mit dem ein eigenes Arizona-Territorium geformt wurde.

Tucson war von 1867 bis 1877 Hauptstadt des Territoriums und war in derselben Zeit auch das bedeutendste Handelszentrum Arizonas. 1885 wurde die University of Arizona hier gegründet. Erst in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts verlor die Stadt ihre Position als wichtigste und größte in Arizona an Phoenix, das ab dann in größeren Schritten wuchs als Tucson. 1910 hatte Tucson etwa 14.000 Einwohner und Phoenix 11.300; 1920 war Phoenix’ Einwohnerzahl auf 29.000 gestiegen, die von Tucson nur auf knapp 21.000. Im Jahr 2006 überstieg die Einwohnerzahl des Pima County erstmals die Millionengrenze.

 

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