Als eine von vier Bergketten, die Tucson umgeben, sind die Santa Catalina Mountains mit ihren vielfältigen Freizeitmöglichkeiten eines der beliebtesten Ausflugsziele rund um die Stadt. Die Berge, deren höchster Punkt der Mount Lemmon mit 2791 Metern ist, sind wohl eigentlich nach der katholischen Heiligen Katharina von Alexandrien benannt und hießen ursprünglich Santa Catarina Mountains. In den 1850er Jahren, als der Süden Arizonas durch den Gadsden Purchase zu den USA gekommen war, begann eine intensive Erkundung des Geländes auf der Suche nach Kupfer, Silber und Gold, die jedoch weitestgehend erfolglos blieb. Ab 1891 standen Teile der Bergkette unter Schutz, später wurden Nationalwälder, ein State Park und ein Wildnisgebiet ausgewiesen.

Mount Lemmon, benannt nach der Botanikerin Sarah Lemmon, die 1881 den Gipfel bezwungen hatte, sorgt für einen ungewohnten Anblick in der Wüste Süd-Arizonas, denn tatsächlich fallen hier im Jahresschnitt etwa 4,5 Meter Schnee. Diese bilden  die Grundlage für das südlichste Skigebiet der USA. Es gibt drei Skilifte, die während der gewöhnlich von Mitte Dezember bis April dauernden Saison betrieben werden, aber auch im Sommer für Ausflügler zur Verfügung stehen. Dank der Temperaturen der Umgebung reicht hier zum Skifahren oft ein Pullover als Kleidung.

Die Zufahrt erfolgt dabei über den Catalina Highway, der über 43 Kilometer von der Tanque Verde Road in Tucson bis fast zum Gipfel des Mount Lemmon führt und dabei zahlreiche schöne Ausblicke eröffnet. Der Bau der Straße hatte 1933 begonnen und wurde, unter Nutzung der Arbeitskraft japanischer Gefangener während des Zweiten Weltkriegs, bis 1950 vollendet. Auch Motorrad- und Fahrradfahrer nutzen die Strecke gern. Über den Catalina Highway erreicht man sowohl den Gipfel des Bergs als auch zahlreiche Campingplätze und den kleinen Ort Summerhaven kurz unterhalb des Gipfels auf einer Höhe von etwa 2500 Metern. Der Ort, der 2003 von einem Waldbrand schwer getroffen wurde, besteht aus etwa 700 Gebäuden, in denen einige kleine Geschäfte und Restaurants untergebracht sind. Er ist ein beliebter Zielort für Ausflüge aus der Stadt.

Zusammen mit einem Teil der Rincon Mountains im Osten Tucsons und weiteren Gebieten im Süden Arizonas gehören weite Teile der Santa Catalina Mountains zum mehr als 7000 km² großen, bereits seit 1902 bestehenden Coronado Nationalwald. Innerhalb des National Forest liegt die Pusch Ridge Wilderness, ein über 220 km² großes Wildnisgebiet, das 1978 als ursprünglich zum Schutz der selten gewordenen Art der Wüsten-Dickhornschafe eingerichtet worden war. Die Tiere jedoch sind in der Region inzwischen kaum noch zu finden. Das Wildnisgebiet erstreckt sich über Höhenlagen von 850 bis knapp 2800 Meter und ist unter anderem Heimat typischer Wüstenpflanzen wie dem Saguaro-Kaktus. Dank der hier zum Teil deutlich niedrigeren Temperaturen als in Tucson erfreut sich die Pusch Ridge Wilderness, in der es mehrere Wanderwege gibt, großer Beliebtheit für Ausflüge, was zu einem weiteren Rückgang der heimischen Tierwelt geführt hat.

Auf der Westseite der Santa Catalina Mountains liegt der Catalina State Park, der auf etwa 22 km² mit Campingplatz, Picknickeinrichtungen und sogar einem Reitzentrum ausgestattet ist. Damit bietet der State Park eine gute Gelegenheit für eine Erkundung der Natur in den Bergen. Innerhalb der Grenzen des Parks gibt es mehr als 5000 der berühmten Saguaro-Kakteen, außerdem viele weitere Wüstenpflanzenarten und verschiedene Tierarten, darunter allein 150 verschiedene Spezies an Vögeln. Mehrere Wege für Reiter, Wanderer und Radfahrer sind zur Erkundung der Natur eingerichtet. Die Nutzung des Campingplatzes ist gegen Gebühr möglich. Der State Park ist am besten über den kleinen Ort Oro Valley und den Highway 77 erreichbar und liegt ca. 15 Kilometer außerhalb von Tucson.

Wer über den kleinen Ort Tanque Verde in Richtung der Berge fährt, hat die Möglichkeit, eine ganz besondere Sehenswürdigkeit der Gegend zu entdecken. Über eine unbefestigte Strasse, den Redington Pass, der die Santa Catalina Mountains mit den Rincon Mountains verbindet (die Passstraße ist bei Mountainbikern sehr beliebt) und einen kurzen Fußweg gelangt man von der Tanque Verde Road aus in einen Canyon. Von hier aus folgt man dem fließenden Wasser stromaufwärts und muss einige Klettereien überwinden, bis man zu den Tanque Verde – Wasserfällen gelangt, die etwa 23 Meter hoch sind. Die Klettertour ist nicht ganz ungefährlich, es hat schon mehrere Unglücksfälle hier gegeben. Bei Regen besteht zudem die Gefahr plötzlicher Überflutungen.

Canyons sind an vielen Stellen in den Bergen zu finden. Der Pima Canyon in der Nähe des Ortes Catalina Foothills wird in etwa der Hälfte des Jahres von dem Bach Pima Creek durchflossen; der Romero Canyon kann vom Catalina State Park aus erreicht werden und von hier aus führt ein Wanderweg zu den Romero Pools, wo das ganze Jahr über Wasser angesammelt wird und zum Montrose Canyon. Der populärste dürfte aber der Sabino Canyon sein, der nicht nur leicht zugänglich ist, sondern auch mit mehreren sehenswerten Wasserfällen aufwarten kann. Mehr als eine Million Menschen besuchen den Sabino Canyon jährlich und viele davon nutzen die Gelegenheit, den oberen Teil der Schlucht zu erkunden. Dies ist allerdings nur auf Wanderwegen, mit dem Fahrrad oder mit den so genannten Trams möglich, das sind Fahrzeuge mit offenen Decks, aus denen man gute Ausblicke gewinnt. Mit diesen Trams, die zwischen 9 und 16 Uhr feste Touren mit mehreren Stopps abfahren, gelangt man zu den Startpunkten vieler interessanter Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Bei Wanderern und Radfahrern beliebt sind die zahlreichen kleinen Brücken über Wasserfälle und Bäche. Das Wasser im Canyon, das sich zum Beispiel in der Nähe der Seven Falls-Wasserfälle auch in kleinen Teichen sammelt, bietet vielen Wanderern einen willkommenen Rastplatz und Erfrischung.

Besuchern steht an der Einfahrt in den Canyon ein Visitor Center mit Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten des Parks zur Verfügung. Auch zur Tierwelt des Gebiets, zu der unter anderem Fledermäuse, Schildkröten, Pumas und Klapperschlangen gehören, lassen sich hier weitere Informationen finden. Am Visitor Center ist auch die Einlassgebühr zu entrichten; für einen Tag bezahlt man (Stand: Dezember 2018) 5 Dollar. Hier parkt man auch das Auto, anschließend darf man sich nur noch zu Fuß, mit Pferd oder Fahrrad oder mit den Trams fortbewegen. Sabino Canyon ist ganzjährig und rund um die Uhr geöffnet.

 

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