Lage Nordosten von Oklahoma
Beiname Tulsey Town
Einwohner 403.500

 

Das nur rund 100 Meilen nordöstlich von Oklahoma City gelegene Tulsa ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates und Mittelpunkt eines rund eine Million Einwohner zählenden Ballungsraums. Die am Ufer des Arkansas Rivers gelegene Stadt bezeichnet sich noch heute oft als „Oil Capital of the World“, nachdem hier 1905 ein großes Ölfeld entdeckt worden war, das über Nacht Reichtum und eine wahre Bevölkerungsexplosion nach Tulsa gebracht hatte. Zwischen 1910 und 1930 stieg die Einwohnerzahl Tulsas von 18.000 auf 141.000 Menschen und entwickelte sich stetig weiter positiv; heute zählt die Stadt eine Bevölkerung von rund 392.000.
Von den in der Gegend lebenden Indianern als „Tallasi“ gegründet, was in etwa „alte Stadt“ in der Sprache der Creek bedeutet, wurde Tulsa im Jahr 1898 offiziell als Stadt registriert. Schon 1901 wurde erstmals nach Öl gebohrt und als dabei große Vorkommen entdeckt wurden, wandelte sich das Stadtbild über Nacht. Tulsas Besucher können sich daher bis heute an einer Vielzahl von Gebäuden im damals populären Art Deco-Stil erfreuen. Nicht zuletzt diese Bausubstanz führte dazu, dass das Time Magazine Tulsa in den 50er Jahren zur schönsten Stadt des Landes kürte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Tulsa noch als einer der Orte mit der wohlhabendsten schwarzen Bevölkerung, doch die Tulsa Race Riots von 1921 sollten dieses Image nachhaltig beschädigen, obwohl man lange versuchte, die Ereignisse zu vertuschen. Bei den gewalttätigen Ausschreitungen wurden hunderte Menschen verletzt, mindestens 39 getötet und über 1200 Häuser niedergebrannt. Wenig später machte Tulsa wieder positivere Schlagzeilen, als der Geschäftsmann Cyrus Avery 1925 damit begann, Unterstützer für seinen Plan von einer durchgängigen Strassenverbindung von Chicago nach Kalifornien zu suchen. Als die Route 66 ein Jahr später eröffnet und Tulsa einer ihrer Wegpunkte wurde, hatte das nachhaltigen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. In den 1980er Jahren musste Tulsa, bedingt durch den Rückgang des Ölgeschäfts, den Verlust vieler Unternehmen und Arbeitsplätze verkraften, nutzte die Situation jedoch für eine Neuausrichtung der Stadt. Heute ist Tulsa ökonomisch betrachtet stabil und Heimat zahlreicher Unternehmen, etwa aus den Bereichen Luftfahrt, Finanzen oder High-Tech. Noch immer ist die Stadt aber auch Heimat einiger bedeutender Firmen aus der Energiebranche.

Die Region liegt zum einen am Rand der Great Plains, zum anderen an den Ausläufern der Ozarks Mountains. Die Gegend ist hier bewaldet und leicht bergig und hat ein generell feuchteres Klima als die südlicheren Abschnitte Oklahomas. Wie diese jedoch ist auch Tulsa gelegentlich von Tornados bedroht, die in der Vergangenheit mitunter zu starken Überschwemmungen des Stadtgebiets geführt hatten.

Die Partnerstadt des niedersächsischen Celle verfügt über ein recht breites kulturelles Angebot, das sowohl Einflüsse aus dem Südwesten und Mittleren Westen der USA als auch solche aus der amerikanischen Urbevölkerung in sich vereint. Das Theatre Tulsa besteht bereits seit 1922 und ist damit eine der ältesten Theaterkompanien des amerikanischen Westens. Die Bühne zeigt pro Saison etwa fünf eigene Produktionen. Ebenfalls in der Stadt beheimatet ist das oft gelobte Tulsa Ballet, das jedes Jahr 5-6 eigene Produktionen zeigt. Auftrittsort der Balletttruppe ist das Performing Arts Center (110 East 2nd Street). Dieses Kulturzentrum mit mehr als 2300 Sitzplätzen ist auch Aufführungsort von Konzerten und anderen Veranstaltungen und dient als Bühne für die Tulsa Opera, eine der ältesten Opern des Landes, dessen Aufführungen ebenfalls von Kritikern oft gelobt werden.
Abseits der Bühnenkunst bietet Tulsa vor allem eine Vielzahl interessanter Museen. Zu erwähnen ist dabei das Tulsa Air and Space Museum mit angeschlossenem Planetarium (3624 North 74th East Avenue, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr), das einige Klein- und Kampfflugzeuge zeigt und die Möglichkeit bietet, einmal im Cockpit eines F-16 Platz zu nehmen. In einem anderen Bereich gibt es die Gelegenheit, einmal das Gefühl der Schwerelosigkeit nachzuempfinden. Vor allem aber gibt es in Tulsa viel Kunst zu sehen. Während sich das Sherwin Miller Museum of Jewish Art (2021 East 71st Street, geöffnet Montag-Freitag 10-17 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr) seit seiner Eröffnung im Jahr 1998 auf den speziellen Zweig der jüdischen Kunst im amerikanischen Südwesten spezialisiert hat und auch einen Blick auf die jüdische Kultur während des Holocausts wirft, sind andere Ausstellungen weiter gefasst. Vor allem das Philbrook Museum of Art (2727 South Rockford Road, geöffnet Dienstag-Mittwoch und Freitag-Sonntag 10-17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr) ist weit über die Grenzen Oklahomas hinaus bekannt und angesehen. Untergebracht in einer prächtigen Villa im Renaissance-Stil aus den Zwanziger Jahren und seit 1939 bestehend, zeigt das Philbrook Museum Kunst aus aller Welt. Die Sammlung war anfangs aus der Privatkollektion des Ölmagnaten Waite Phillips entstanden und konnte im Laufe des Bestehens durch Zukäufe und Spenden immer weiter ergänzt werden. Zu sehen gibt es unter anderem Kunsthandwerk von den indianischen Völkern des Südwestens. Wer sich dafür interessiert, sollte aber vor allem das Gilcrease Museum nicht verpassen (1400 North Gilcrease Museum Road, geöffnet Dienstag-Sonntag 10-17 Uhr), das eine der weltgrößten Sammlungen von Kunst aus dem amerikanischen Westen beherbergt. Auch das Gilcrease entstand aus der Kunstleidenschaft eines Geschäftsmanns im Öl-Business. Der indianischstämmige Thomas Gilcrease war zu Beginn des 20. Jahrhunderts oft durch Europa gereist und war von den dortigen Museen inspiriert worden, eine eigene Ausstellung zu begründen, die zunächst in San Antonio angesiedelt war und seit 1949 in Tulsa zuhause ist. Heute zeigt das Gilcrease Museum eine umfassende Sammlung amerikanischer Kunst aus Malerei und Bildhauerei, darunter eine permanente Ausstellung von indianischen Kunstwerken. Die Anthropologie-Ausstellung ermöglicht einen Blick in die Kulturgeschichte der Region und enthält auch Exponate aus prähistorischer Zeit. Ebenfalls zum Gesamtkomplex gehören ein umfangreiches Archiv und eine große Gartenanlage, in der Gartentechniken aus verschiedenen Kulturen und Epochen gezeigt werden. Täglich um 14 Uhr besteht die Möglichkeit, sich einer geführten Tour durch das Museum anzuschließen.

Wer lieber im Freien bleiben möchte, bekommt sogar auch dort Kunst zu sehen. Seit 1969 investiert die Stadt einen Prozentsatz ihres Budgets in Kunstwerke für den öffentlichen Raum und so finden sich heute zahlreiche, zum Teil bemerkenswerte Skulpturen im Stadtgebiet. Zu erwähnen ist zum Beispiel die 23 Meter hohe Statue eines Ölarbeiters, der Golden Driller, die am Expo Square zu finden ist. Zu den sonstigen Attraktionen Tulsas gehört das Brady Theater in Downtown (105 West Brady Street). Das massiv wirkende Gebäude wurde 1914 erbaut und diente zunächst hauptsächlich als Kongresszentrum und Konzertbühne. Nach einigen Umbauten und Renovierungen wird es heute gelegentlich für Aufführungen und Konzerte benutzt.

Das Stadtbild von Tulsa wird geprägt von einem umfassenden Netz städtischer Parks und Grünanlagen, vor allem entlang des Arkansas Rivers. Viele der Parks sind an den Wochenenden Ausflugsziele für Sportler und Erholung Suchende. Im 18 Hektar großen Woodward Park befindet sich ein botanischer Garten mit einem Schwerpunkt auf Rosen, von denen es hier viele tausend zu sehen gibt. Im Mohawk Park, einem der größten städtischen Parks der USA, ist der Tulsa Zoo and Living Museum untergebracht (Sheridan Road und 36th Street, täglich geöffnet 9-17 Uhr), auf dessen 32 Hektar Fläche mehr als 2500 Tiere zu bestaunen sind. In einem eigens dafür errichteten Gebäudekomplex sind vier typisch nordamerikanische Landschaftsformen von der arktischen Tundra bis zu den Sumpflandschaften des Südens nachgestellt, komplett mit den dort jeweils vorkommenden Tieren, Pflanzen und Mineralen. Als besonderes Highlight ist hier auch ein Erdbebensimulator zu finden. Der Zoo verfügt über einen Safari Train, der Besucher über das Gelände fährt, eine Kletterwand sowie über mehrere Möglichkeiten, Snacks und Getränke zu kaufen. Etwas außerhalb der Stadt, im Vorort Jenks, befindet sich das Oklahoma Aquarium (300 Aquarium Drive, geöffnet täglich 10-18 Uhr, dienstags bis 21 Uhr). In der 2003 eröffneten Institution können Besucher neben zahlreichen Fischarten auch Biber, Otter und Schildkröten sehen oder bei den Fütterungen der Tiere zusehen. Highlight des Aquariums ist der Unterwassertunnel, in dem Besucher in die Meereswelt eintauchen können.

Tulsa erwartet regelmäßig im Herbst die meisten Gäste, wenn zwei große Veranstaltungen im Kalender stehen. Neben einem drei Tage dauernden Oktoberfest, bei dem es reichlich deutsches Essen gibt, zieht vor allem die Tulsa State Fair regelmäßig viele Besucher an. Zum Programm des elf Tage dauernden und Ende September beginnenden Festivals gehören Fahrgeschäfte, ein Rodeo, diverse Verkaufsstände und eine Viehauktion.