Die außerhalb der USA weitgehend unbekannte Tulsi Gabbard erklärte am 11. Januar 2019, dass sie sich den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 stellen wird.

Gabbard wurde 1981 in American Samoa geboren, ist in Hawaii aufgewachsen und ist nicht nur wegen ihres jungen Alters eine Kandidatin, die wenig mit den vertrauten Gesichtern der amerikanischen Spitzenpolitik gemein hat. Sie wurde 2002 zur jüngsten Frau, die jemals in das Parlament eines US-Bundesstaats gewählt wurde, als sie ins Repräsentantenhaus von Hawaii einzog. Kurz bevor 2004 die nächste Wahl anstand, entschied sie sich dafür, sich freiwillig für die Nationalgarde im Einsatz im Irak zu melden. Nach zwei Einsatztouren kehrte sie zurück, wurde zunächst Mitglied des Stadtrats von Honolulu, bevor sie 2012 ins Repräsentantenhaus in Washington gewählt wurde, dem sie seitdem angehört. Gabbard ist das erste in Samoa geborene Mitglied des US-Kongress, ebenso wie das erste, das dem hinduistischen Glauben angehört.

Tulsi Gabbard ist Mitbegründerin einer Organisation zur Förderung der Umwelterziehung und hat sich in ihrer Karriere wiederholt für Belange des Umweltschutzes stark gemacht. Außenpolitisch plädiert sie für eine zurückhaltendere Rolle der USA, sie sprach sich unter anderem gegen das von Präsident Obama begonnene amerikanische Engagement in Syrien und gegen den Abschluss von Waffenlieferverträgen mit Saudi-Arabien aus. Während einer umstrittenen Reise nach Syrien 2017 traf sie sich mit dem Machthaber Assad. Gegenüber der Regierung Trump zeigte sie sich in vielen Dingen gesprächsbereit, so war sie eine der wenigen demokratischen Abgeordneten, die sich bereits vor der Amtsübernahme Trumps mit dessen Team getroffen hat.

Für ihre Wahlkampagne kündigte Gabbard an, Schwerpunkte auf die Themen Gesundheitsfürsorge und Klimaschutz legen zu wollen. Weiterhin strebt sie eine reduzierte Rolle der USA in internationalen Konflikten an.


Zurück zu: USA Präsidentschaftswahl 2020