Als John Delaney im Juli 2017 bekanntgab, bei den Präsidentschaftswahlen 2020 antreten zu wollen, da sorgte das für recht wenige Schlagzeilen. Das lag zum einen daran, dass der Wahltermin noch mehr als drei Jahre in der Zukunft lag und zum anderen daran, dass Delaney den meisten Amerikanern kein Begriff sein dürfte.

Delaney wurde 1963 in New Jersey geboren. Er ist verheiratet und Vater von vier Töchtern. Er besuchte die angesehene Universität Columbia in New York City und Georgetown in Washington DC, wo er einen Abschluss in Rechtswissenschaften machte. Anschließend gründete er nacheinander zwei Unternehmen, die Finanzierungen für kleine und mittelgroße Firmen anboten. Beide Unternehmen gingen später an die Börse, was einen großen Teil von Delaneys Vermögen einbrachte; er ist heute mehrfacher Millionär. Zugleich ist er der einzige Kongressabgeordnete gewesen, der gleichzeitig als CEO einer börsennotierten Firma arbeitete.

2012 gewann Delaney die Wahl um den Platz im US-Repräsentantenhaus für den 6. Bezirk des Bundesstaats Maryland, in dem er mit seiner Familie inzwischen lebt. Er schlug dabei den republikanischen Amtsinhaber mit deutlichem Vorsprung. 2014 und 2016 konnte er seinen Platz jeweils verteidigen.

Delaney sieht sich selbst als moderaten, lösungsorientierten Kandidaten ohne ein allzu enges ideologisches Korsett. Im Repräsentantenhaus tat er sich als einer der Abgeordneten hervor, die parteiübergreifende Lösungen anstreben. Zu den Anliegen, die er besonders unterstützte, gehörten unter anderem die Verbesserung der Infrastruktur und ein Ausbau der Versorgung für Veteranen. In seiner Kampagne verspricht er, vor allem ein vereinender Präsident sein zu wollen, der eine Abkehr von der ideologischen Polarisierung der USA anbietet. Er unterstützt den Kampf gegen den Klimawandel, tritt für schärfere Waffengesetze ein und legt einen Schwerpunkt seiner Kampagne auf verbesserte Möglichkeiten, um Innovation zu fördern.

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